Umfrage: Mehrheit würde bei Volksabstimmung für Grundgesetz und gegen Euro-Staat stimmen

Umfrage: Mehrheit würde bei Volksabstimmung für Grundgesetz und gegen Euro-Staat stimmen
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Der Staatssender ARD versucht in den von ihm veröffentlichten Ergebnissen der neuen Deutschlandtrend-Umfrage händeringend passende Fragen und Antworten zum geplanten Sturz der Republik zustande zu bringen. Alldieweil, dies gelingt nicht.

Wirklich erhellend dagegen ist es, sich die Original-Daten des mit der Umfrage beauftragten Instituts Infratest Dimap anzusehen.

“Frage: Wie würden Sie bei einer möglichen Volksabstimmung entscheiden? Für eine zentrale europäische Haushaltspolitik und Haushaltskontrolle oder dafür, dass Haushaltspolitik und Haushaltskontrolle wie bisher in der Hoheit der Mitgliedsländer stehen sollte?”

Antwort:

Für Haushaltspolitik/-kontrolle durch die Mitgliedsländer: 55 %
Für zentrale europäische Haushaltspolitik/-kontrolle: 39 %

Durch dieses Ergebnis konterkarikiert sich nun die von Infratest Dimap zuvor gestellte Frage selbst. Denn in dieser wird den Befragten nicht etwa die Möglichkeit gegeben sich gegen die Entmachtung der eigenen Demokratie auszusprechen, sondern lediglich die Wahl gelassen auf welche Weise dieser Systemwechsel vonstattengehen soll. Dabei wird den Befragten eine objektive Falschaussage über die Kompetenzen des Parlaments zu seiner Selbstentmachtung untergejubelt.

“Frage: Im Zusammenhang mit der Eurokrise wird darüber gesprochen mehr nationale Kompetenzen in der Europäischen Union zusammenzufassen, vor allem die Haushalts- und Schuldenpolitik, und diese dann auch zentral zu kontrollieren. Denken Sie, dass über einen solchen Schritt die Bürger in einer Volksabstimmung sollten oder dass das wie bisher vom Bundestag entschieden werden kann?

Antwort:

Bürger sollten in einer Volksabstimmung abstimmen: 71 %
Kann wie bisher vom Bundestag entschieden werden: 27 %

Dass dies eben nicht “wie bisher vom Bundestag entschieden werden” kann, sagt das Umfrage-Institut selbst, in einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Umfrage für die “Welt am Sonntag”. Deren Ergebnisse runden das Bild ab.

“Frage: Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise wird viel über die Zukunft der Europäischen Union diskutiert. Einige Politiker sind der Meinung, in Europa müsse es mehr Befugnisse auf europäischer Ebene geben, zum Beispiel einen Finanzminister mit entsprechender Entscheidungsgewalt. Das wäre allerdings gegenwärtig mit dem deutschen Grundgesetz nicht vereinbar. Was meinen Sie, wären Sie für eine Grundgesetzänderung, um den Euro zu retten?”

Antwort:

Ja, bin für Grundgesetzänderungen, um den Euro zu retten: 43 %
Nein, bin dagegen: 52 %

Hier wird deutlich, dass es offensichtlich längst nicht mehr um den verfallenden Staatenbund “Europäische Union” geht, dessen 27 Mitglieder sich nicht auf eine reguläre Änderung ihres “Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union” einigen können und der einem geplanten paneuropäischen Finanzstaat mit Euro-Währungssystem nur noch als Sprungbrett und Deckung dient. Der gesamte bereits existierende europäische Staatenbund wird in Frage gestellt, ebenso die Demokratien des Bundes selbst. Dies aber machen die befragten Deutschen nicht mit:

“Frage: Es wird auch diskutiert, künftige Krisen dadurch zu verhindern, die Europäische Union langfristig zu einem engen Staatenbund, zu den “Vereinigten Staaten von Europa” weiterzuentwickeln. Fänden Sie es gut, wenn wir eines Tages die ´Vereinigten Staaten von Europa` hätten oder fänden Sie das nicht gut?”

Antwort:

“Vereinigte Staaten von Europa” fände ich gut: 43 %
Fände ich nicht gut: 51 %

Die weiteren Ergebnisse der beiden Umfragen, etwa dass 50 Prozent davon ausgehen dass das Euro-Finanzsystem Deutschland “eher Nachteile” bringt, oder 55 Prozent der Meinung sind die Bundesrepublik hätte eher beim Währungssystem D-Mark bleiben sollen, ebenso das surreale Blöckflötenspiel um die Beliebtheit der immer gleichen alternativlosen Parteien und ihrer Funktionäre, sind belanglos. Befürworter von Republik und Grundgesetz sollen durch solche irrelevanten Aussagen in eine xenophobische, weltfremde, egoistische und nationalistische Ecke gedrängt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Wer das Grundgesetz schützt, schützt nicht nur 82 Millionen Menschen vor der Willkür von Kapital und Staat, sondern auch eine halbe Milliarde Menschen im EU-Staatenbund vor den Aktivitäten einer von Bankern und deren Geldmärkten fremdgesteuerten Kanzlerin Angela Merkel, vor deren Finanzminister Wolfgang Schäuble und vor den aus der Bundesregierung maßgeblich kontrollierten Räten und Kommissaren in Brüssel.

(…)

Artikel zum Thema:
24.06.2012 EU-Staatenbund: Räte planen Machtübernahme über “schwächere Mitglieder”, um ihnen “Entscheidungen aufzwingen” zu können
Vor dem nächsten Gipfel des obersten EU-Rates wird nun unleugbar klar: wer das Grundgesetz schützt, schützt die Menschen nicht nur in der Republik, sondern in ganz Europa.

15.06.2012 Umfrage: Abgabe von Souveränität an EU wird abgelehnt, Antidemokraten in Deutschland nicht mehrheitsfähig
Die von der Bundesbank geforderte und von SPD, CDU, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und Piratenpartei unterstützte “politische Union” eines Hohen Staates über die Demokratien des Alten Europa, einhergehend mit “umfassenden Änderungen” in “etlichen nationalen Verfassungen” und der “Aufgabe eines Teils der nationalen Souveränität” von Demokratien mit Euro-Finanzsystem, ist in Deutschland nicht mehrheitsfähig.

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7 Kommentare

  1. zapperlot
    Am 6. Juli 2012 um 16:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Frau Merkel hat doch bei Günther Jauch klipp und klar gesagt, dass es in der Euro-Frage unwichtig ist, was das Volk will.

    http://www.youtube.com/watch?v=UWC7JdwO7vs

    Was sie da sagt, kann man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

  2. Knatterknilch
    Am 6. Juli 2012 um 16:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Macht mit, setzt ein Anti-Merkel oder Anti-EUDSSR Logo in eure Websites/Webblogs/Emails etc.:

    http://home.arcor.de/hooligan/

  3. gargamel
    Am 6. Juli 2012 um 17:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mehrheit würde bei Volksabstimmung für Grundgesetz und gegen Euro-Staat stimmen – Was der Grund wäre, warum NIEMALS eine Volksabstimmung zu diesem Thema kommen wird.

  4. Lange
    Am 6. Juli 2012 um 20:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wer möchte sich schon freiwillig von einem Zentralkommitee aus Brüssel regieren lassen? Eine Volksabstimmung fürchten unsere Volksvertreter wie der Teufel das Weihwasser. Daher ist nicht davon auszugehen das es in Deutschland jemals dazukommen wird.

  5. Am 7. Juli 2012 um 15:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Tja Leute – vielleicht sollten wir alle tatsächlich ein Zeichen setzen, à la:

    “PRO VOLKSABSTIMMUNG zu EU” (Euro, ESM, usw.) …?

    Kann das mal jemand kreativ Logotechnisch ausarbeiten?

    greetz und schönes WoE noch… M :-)

    Ein-Besorgter-Mensch Blog

  6. felix
    Am 7. Juli 2012 um 22:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @ebm_bln meint:
    eigentlich eine gute Idee, vielleicht würde es dann auch der dümmste “Michel” kapieren!!

  7. Hans -Jürgen Albrecht
    Am 9. Juli 2012 um 19:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Weg mit Europa.Niemand versteht was Merkel und Konsorten will.Die Pfründe des Kapitalismus sichern,scheint mir ist das wichtigste.Ich befürchte sie ist nicht mehr Herr ihrer Sinne.Wählt sie ab.Sie bringt nur Unheil.Die Mächtigen unserer Welt bringen uns in den Ruin.Es reicht jetzt wirklich.Eine Regierung,die dem Kapital hörig ist,brauchen wir nicht.

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