« | Home | »

Brasilien: Landwirt für Shell Biokraftstoff äußert Todesdrohung

Von Survival International | 31.Mai 2011

Ein brasilianischer Großgrundbesitzer, dessen Land auf indigenem Gebiet liegt, hat lokalen Berichten zufolge eine Todesdrohung gegen einen politischen Konkurrenten ausgesprochen. Jose Teixeira ist Abgeordneter des Bundesstaates Mato Grosso do Sul und gleichzeitig an der Zuckkerrohrlieferung für ein Gemeinschaftsunternehmen von Energieriese Shell beteiligt.

Teixeira soll zu seinem Rivalen gesagt haben: „Wenn es nach mir ginge, wären Sie bereits unter der Erde.“ Obwohl die Regierung die Guarani-Indigenen als rechtmäßige Besitzer des Landes bestätigt hat, verpachtet der Landbesitzer weiterhin Teile davon für die Zuckkerrohrproduktion.

Shell hat im letzten Jahr einen $12 Millionen Joint Venture Vertrag mit dem brasilianischen Biotreibstoffhersteller Cosan unterzeichnet um Ethanol für Biotreibstoff zu produzieren. Das dafür notwendige Zuckkerrohr wird auf dem besetzten Land der Guarani angebaut.

Survival International hat die Unternehmen Shell und Cosan dazu aufgefordert, sich von dem umstrittenen Lieferanten zurückzuziehen, die Unternehmen beziehen jedoch weiterhin Zuckkerrohr von dem Grundstück.

Die Guarani-Gemeinschaft von Guyraroká wurde vor Jahrzehnten von Viehzüchtern von ihrem Land vertrieben. Jahrelang mussten sie unter unmenschlichen Zuständen am Rande einer Bundesstrasse leben. Obwohl sie jetzt auf eine kleine Parzelle ihres Landes zurückkehren konnten, ist ihr Überleben und ihre Lebensgrundlage weiterhin gefährdet, da sie wenig Platz für Nahrungsanbau oder das Jagen haben.

Weiter werden die Flüsse, die von den Guarani für Trinkwasser, Baden und Fischen genutzt werden, von Chemikalien von dem Zuckkerrohranbau verschmutzt, dies hat zu akutem Durchfall in der Gemeinde geführt. Die Guarani berichten von starken Kopfschmerzen von dem Nebenerzeugnis der Ethanolproduktion, vinhoto.

Die Guarani-Gesundheitsarbeiterin Senilda Esnade sagte gegenüber Survival: „Früher waren die Kinder glücklich. Sie hatten sauberes Wasser und ernährten sich von traditionellem, gesundem Essen. Jetzt ist alles anders. Meist wachsen die Kinder mit kontaminiertem Essen auf. Wenn wir unser eigenes Land hätten, würden wir alles was wir verloren haben wieder zurückbringen können.“

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Die Todesdrohung des Abgeordneten ist nur ein weiteres Beispiel für die Brutalität, welche mit dem Landraub der Guarani einhergeht. Shell und seine Partner sollten nicht weiter vom Land der Guarani profitieren können, währen die Indigenen auf immer kleiner werdende Landstücke verdrängt werden. Das Unternehmen sollte sich an internationale Richtlinien für den Respekt der Rechte indigener Völker halten, welche es nach eigenen Angaben unterstützt.“

Laden Sie Survivals Bericht über die Situation der Guarani an die Vereinten Nationen auf Englisch oder Portugiesisch herunter (2010, pdf, 2.5MB)

Original Artikel: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/7327

 

Empfehlt diesen Artikel:
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • Google Buzz
  • del.icio.us
  • Digg
  • Yigg
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Blogosphere
  • Add to favorites
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • MySpace
  • RSS
  • PDF
  • Print

Topics: Aktuelle Nachrichten, Presseerklärungen und Statements | 4 Kommentare »

* * */

4 Kommentare to “Brasilien: Landwirt für Shell Biokraftstoff äußert Todesdrohung”

  1. Zentralschwabe meint:
    31.Mai 2011 at 21:16

    Diese Schweinereien bei der Herstellung von Bioethanol ist einer der Gründe warum ich kein E10 tanke.

    Ein weiterer Grund ist der, dass ich mit meiner 10 Jahre alten Rübenschüssel statt wie bisher ca. 7L pro 100KM Super nur noch ca 6 bis 6.5 L Super Plus verbrauche (1/3 Landstrasse, 2/3 Stadtverkehr und ich kontrolliere seit 10 Jahren regelmäßig). Mit E10 braucht die Karre eher noch nen halben Liter mehr auf 100 KM.

    Machen wir mal nen Rechnung:

    Super E10: 1,55€/L * 7L/100KM = 10,85€/100KM
    Super Plus: 1,63€/L * 6,5L/100KM = 10,595€/100KM

    Mit Super Plus glatte 0,255€/100KM gespart, wobei ich bei E10 vom günstigsten und bei Super Plus vom schlechtesten Fall ausgegengen bin.

    Sparen will gelernt sein!
    Bei mir ist’s auch noch angeboren, Schwabe eben :)

    Ob’s bei eurer Karre was bringt müsst ihr’s schon selbst ausprobieren. Vermutlich funktionierts nicht mit allen Benzin-Kutschen gleich gut.

    Kleiner Hinweis: ich fahre einen Eisenacher 1.2L mit 75PS :)

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 1 Daumen runter 0

  2. Daniel Neun meint:
    31.Mai 2011 at 21:31

    Zentralschwabe,
    jeder hat das Recht weiter zu tanken was er kann und will.
    Ich möchte nur betonen, daß wir Entwicklung, Förderung und Gebrauch von Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen im Grundsatz sehr positiv gegenüberstehen. Unter den Strukturen der gängigen internationalen kapitalistischen Energiemonopole, die keinerlei demokratisch-staatlichen Kontrolle unterliegen, fällt aber auch dieser gesellschaftlich und zivilisatorisch immens wichtige Fortschritt unter den Schatten dieser Profitmaschinerie.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 1 Daumen runter 0

  3. Gerd meint:
    1.Juni 2011 at 09:14

    Wenn Kunststoff zu Energie wird. … Da war vor längerer Zeit etwas “Kraftstoff aus Reststoffen und Plastikmüll gewinnen” … noch eine Spur im Netz unter anderem zu “Einfach genial Sendung vom 20.05.2003: “Alternativen im Tank”"

    http://www.v-22.de/forum/8-aktuelles-geschehen/2235-deutschland-ohne-innovationen-deutsche-firmen-sperren-sich-wohl-eher.html

    Ich meine das damals besonders wegen der bis dato ungelösten Verwertung von Altgummi sehr beachtenswert gefunden zu haben.
    Was dank Lobby-System daraus geworden? Die Altreifenberge wachsen … es sei denn, das rein Zufällig mal eine Altreifendeponie eines Verwerters brennt und die Versicherung darf IHN auszahlen.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 1 Daumen runter 0

  4. Gerd meint:
    1.Juni 2011 at 09:26

    Wer sucht der Findet:
    Diesel umsonst !!! Dr. Christian Koch Patent –

    TV Reportage über Dr. Christian Koch und seiner Alphakat-Technologie zur Umwandlung von Abfällen in Diesel. Gesendet am 04.12.2007.

    http://unsere-neue-erde.net/printthread.php?tid=409
    http://www.youtube.com/watch?v=Hc-8dvvXWME&feature=player_embedded
    http://www.youtube.com/watch?v=DJQuVkwkp3A&feature=player_embedded

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 4 Daumen runter 0