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Störfall AKW Brokdorf – ratlose Altherren-Expertenriege

Von petrapez | 19.März 2011

sk8erBLN hat am 16.März 2011 das folgende Video und den Begleitkommentar auf Youtube hochgeladen:

“Per Zufall gelingt es einem Kamerateam einen echten AKW-Störfall beim Energiegiganten E.ON “live” mitzuschneiden als für ein anderes Thema im Kontrollraum des AKW Brokdorf gedreht wurde.

Erschreckende Rat- und Hilflosigkeit, weshalb es dafür eigentlich Sendeverbot gab. Eigentlich. Drei aufschlussreiche Minuten zum Umgang mit Störfällen und der Informationspolitik des AKW Betreibers E.ON dokumentiert vom NDR.

ABSCHALTEN, sofort!

Alles bis 1:10 im Video war ein “Interview” im Schulungszentrum Essen, das verdeutlicht, wie “frei” solche Interviews geführt werden können. Nämlich gar nicht, fester Fragenkatalog, von dem nicht ein Jota abgewichen werden darf, der Aufpasser steht im Hintergrund.

Das danach ab 1:10 ist ein REALER Störfall im AKW Brokdorf, der während der kompletten Dreharbeiten nicht aufgeklärt werden konnte und steht in keinem Zusammenhang mit dem vorherigen Interview.

Das ist ein Ausschnitt aus 45 Minuten – Risiko Atomwirtschaft.

Hier gibt es den Stream, wo die Szene ab 15:10 vorkommt.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten267.html

Scheinbar ist sie aber auch in weiteren TV Beiträgen anders geschnitten verwendet worden, ich hoffe, die Verwirrung löst sich nun auf und es geht wieder mehr um das was inhaltlich zu sehen ist:”

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Topics: Allgemein | 8 Kommentare »

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8 Kommentare to “Störfall AKW Brokdorf – ratlose Altherren-Expertenriege”

  1. Medienkanzler meint:
    19.März 2011 at 23:33

    Böse, böse. Wer Erfahrung mit solchen Sendungen hat, genießt das mit Vorsicht. Die schneiden die Sachen gerne so zusammen, dass am Ende die Quote stimmt. Es bleibt beunruhigend. Und die Wahrheit liegt meistens in der Mitte…

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  2. JustineNel meint:
    20.März 2011 at 00:04

    Eine Katastrophe ist billig zu haben

    Die Unternehmen der Global Player sind dominiert von den Banker, BWLer und Juristen, die kaum Ahnung bzw. Gefühl für die Technik haben, die Folge ist, dass das technische Wissen in den Chefetagen unterrepresentiert oder gar gar nicht vorhanden ist. Die Geschäftsführung selektiert auch die technische Führung nach dem Prinzip, gefügig ja, zu technisch wird abgestellt oder entlassen.

    Die kurzfristige “Wirtschaftlichkeit” von diesen inkompetenten Führungskräften führt dazu, das massiv eingespart wird. Wo ? In den Bereichen, die keinen Gewinn abwerfen und viel kosten. Und was ist das ? Richtig, die Sicherheit, die Wartung, die Vorsorge, das Personal. Die Ingenieure werden genötigt, die Sachen zuzulassen, die ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrem Ethos widersprechen, dazu werden die Ressourcen ausgelaugt bzw. verramscht, um kurzfristig Boni zu erreichen, die Menschen auch, sie sind schliesslich ganz offiziell nur “Human Ressourcen”, sprich enthumanisierte “menschliche Material”. Die Erfahrung, die Ausbildung, die Fähigkeiten der Mitarbeiter interessieren niemand, die Hauptsache billig.

    Solche Unfälle wie BP im Golf von Mexiko oder in Japan passen in dieses Muster. Die Pleite von “Toll-Collect” war auch ein solcher klinische Fall.

    Es gibt auch psychologische Begründung, wenn jemand ohne mit Wimper zu zucken zu Kernschmelze des Finanzsystems führt, hat überhaupt keine Risikoverständnis, er/sie kann gar nicht haben, weil der Staat fangt sie immer auf. So kann man kein Verantwortungsbewusstsein gar nicht erziehen.

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  3. 90kosy90 meint:
    20.März 2011 at 00:40

    Schließe mich Medienkanzler an… ich sag nur Vorsicht! Aber Störfall hört sich ja so schön gruselig an… ;) …da stimmt die Quote…

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  4. Gucky meint:
    20.März 2011 at 09:10

    Auch wenn Ich mich unbeliebt mache, aber genau so stelle Ich mir die Arbeit in einem KKW vor. Normalerweise passiert nichts, aber ab und zu eine kleine Störung und die Arbeiter bekommen was zu tun. Überall wo Technik vorkommt gibt es kleine ausfälle. Das ist noch lange kein GAU. Das ist Sensationsmache.

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  5. grimoire meint:
    20.März 2011 at 11:47

    Einerseits zeigt das Beispiel zunächst eine Störung und glücklicherweise keinen Störfall.

    Um jedoch zum besseren Verständnis sowie zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion beizutragen und hierdurch dem Eindruck der Intransparenz zu entgehen, hätte EON auch auf eine berichtigende Gegendarstellung bestehen können, anstatt alle weiteren Drehtermine abzusagen.

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  6. ArthurDent meint:
    20.März 2011 at 17:21

    Natürlich versuchen die Medien Quote zu machen, keine Frage, aber meines Erachtens geht es darum heute gar nicht mehr, denn es gibt auf diesem Globus kein sicheres Atommüll Endlager. Vielleicht schaue ich mir den Film hier mal an: http://de.wikipedia.org/wiki/Albtraum_Atommüll . Mir reicht dabei schon die Aussage: 100.000 Tonnen Atommüll in 50 Jahren! Und das ohne, dass es ein wirklich sicheres Endlager gibt, schade, denn die Brennelemente bestehen wohl vornehmlich aus so was hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kernbrennstoff . Na ups, wie lange muss das gelagert werden? http://de.wikipedia.org/wiki/Halbwertszeit Ah ha, Uran 235 hat also eine Halbwertszeit von 704 Millionen Jahren! Na der Zeitraum ist o.k., da brauchen wir lediglich ein Lager, das so lange hält, bis die Sonne die Erde einverlaibt? Also so rund 4,5 Milliarden Jahre sollte das Endlager schon halten, oder? Tut mir ja Leid, aber meines Erachtens ist Atomkraft nicht händelbar und muss so schnell wie möglich abgeschafft werden. Außerdem ist es eine Beleidigung aller unserer Nachkommen der nächsten tausend Generationen.

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  7. Gucky meint:
    20.März 2011 at 20:03

    Man könnte die Transmutation zur Atommüllbeseitigung nutzen.
    http://www.vossyline.de/artikel/wissenschaft/atommuell.htm

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  8. Musenrössle meint:
    21.März 2011 at 20:22

    @Gucky:
    Transmutation zur Atommüllbeseitigung ist in der Theorie eine tolle Idee, in der Praxis aber leider so kompliziert, daß es praktisch gar nicht funktioniert und man sich außerdem auch noch jede Menge zusätzlicher Probleme und Risiken damit einhandelt.

    Und eine Lösung für eine praktikable und sichere Methode ist auch nach Jahrzehnten nicht in Sicht.

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