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Stuttgart 21: Bundesweite Schwabenstreiche unterstützen Montagsdemonstration
Von Daniel Neun | 26.September 2010
Am morgigen Montag startet um 18 Uhr die 45. Montagsdemo der Stuttgarter mit ihrem traditionellen Schwabenstreich gegen das “europäische Projekt” (CDU-Kanzlerin Angela Merkel) namens “Stuttgart 21″. Im Kampf gegen das verkehrsindustrielle und städtebauliche Umbauprogramm ihrer Region bekommen die Stuttgarter Solidarität durch Unterstützer, die sich zunehmend bundesweit vernetzen.
An den Hauptbahnhöfen von Köln, München, Frankfurt, Bremen und Düsseldorf starten morgen ebenfalls Schwabenstreiche. In Frankfurt startet dieser um 17.30 Uhr, in München um 19 Uhr (Bahnhofplatz / Ecke Bayerstraße) und in den anderen Städten um 18.30 Uhr. In Dresden und Fulda beginnen die Schwabenstreiche am Montag den 4.Oktober, in Berlin laufen sie jeweils Mittwochs am Hauptbahnhof. Die Koordination hat Gernot Schulz auf Parkschützer.de übernommen.
In Stuttgart startet die 45. Montagsdemonstration um 18 Uhr vor der Nordflügelruine des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Als Redner treten u.a. der Theologe und ehemalige Bahner Prof. Dr. Ferdinand Rohrhirsch, der Psychologe Harald Stingele und der Energiewissenschaftler Dr. Joachim Nitsch auf. Musik trägt Roland Baisch bei. (1)
Zur 42. Montagsdemonstration am 6.September kamen über 10.000 Menschen. (Über 10.000 auf Stuttgarter Montagsdemonstration: Ein Hauch von Demokratie liegt in der Luft)
Am 13.September zur 43. Montagsdemonstration sprachen die Veranstalter von 17.000 Demonstranten, die Polizei schätzte 7.000. (44. Montagsdemonstration in Stuttgart: Die Zukunft zieht weiter ihre Bahn)
Als nach der 44. Montagsdemonstration die Polizei dann nur noch 6000 Demonstranten gezählt haben wollte, reichte es den Stuttgarter Parkschützern mit den Zählakrobaten aus der Machtmeisterei Stuttgart. In einem offenen Brief auf “Bei Abriss Aufstand” schrieb man an die Schatzi- und Schätzmeister des Establishments (2):
“Die gestern veröffentlichten Zahlen der Polizei zur 44. Montagsdemonstration am Stuttgarter Hauptbahnhof ließen uns ein weiteres Mal an der Glaubwürdigkeit der Angaben der Polizei zweifeln. Seit mehreren Wochen sorge ich mit Unterstützung eines festen Teams an Zählern für genaue Zahlen bei den Demonstrationen. Unsere Ergebnisse lagen gestern bei 19.585 (gezählten) Demonstranten.
Um Ihnen unsere Zählweise ein wenig zu erläutern, gliedere ich Ihnen hier die Zahlen von gestern aufgrund der verschiedenen Zugänge zum Versammlungsplatz auf:
- Nordflügeleingang 1: 2.195
- Nordflügeleingang 2: 1.738
- Eingang IC Hotel Flucht: 1.770
- Eingang U Bahn/S-Bahn 6.744
- Eingang Schillerstraße 1: 2.739
- Eingang Schillerstraße 2: 1.238
- Eingang HN Straße 1: 336
- Eingang HN Straße 2: 1.090
- Eingang Treppe Landesbank: 460
- Eingang Landesbank Durchgang: 675
- Hinzu kommen die Personen, die am IC-Hotel und an der Schillerstraße standen und nicht an den Zählern vorbei gingen, weil der Platz zu voll war (600).
Wir zählen mit so genannten “Schuss-” oder “Fischzählern” wie es bspw. in der Eventbranche üblich ist. Es ist uns daher möglich, recht genaue Zahlen zu ermitteln.”
Wir können also morgen getrost von schätzmachtmeisterlich abgesegneten 5000 Demonstrationsteilnehmer ausgehen. Und wenn sie bis nach Ulm Schlange stehen.
In diesem Sinne: Friedlich, ja. Aber von freundlich war nie die Rede. Also auf die Piste, bundesweit!
(…)
Artikel zum Thema:
24.09.2010 Das Radio Utopie Interview mit Parkschützer-Sprecher Matthias von Herrmann
22.09.2010 Stuttgarter Parkschützer bleiben standhaft: keine Gespräche bis zum Abriß-Stopp
22.09.2010 Umfrage: Bündnis 90/Die Grünen nur noch 5 Prozent hinter CDU und CSU
20.09.2010 44. Montagsdemonstration in Stuttgart: Die Zukunft zieht weiter ihre Bahn
18.09.2010 Das Radio Utopie Interview mit MdB Annette Groth
13.09.2010 Die Außerparlamentarische Demokratie
Quelle:
(1) http://www.parkschuetzer.de/termine/117
(2) http://www.bei-abriss-aufstand.de/2010/09/21/offener-brief-an-die-polizei-zum-thema-zaehlungen-von-demonstrationen-bei-stuttgart-21/
Topics: Aktuelle Nachrichten, Allgemein, Politik | 7 Kommentare »
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26.September 2010 at 15:30
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es ist mit sicherheit davon auszugehen, dass die derzeitigen polizisten solche schüler waren, die 10+15 nur mit einem taschenrechner ausrechnen konnten. dank unserem hervorragenden schulausbildungssystems.
solche rechenexperten erkennen wir auch bei allen anderen zahlenveröffentlichungen, wie z.b. arbeitslose, wachstum, demografie, verschuldung udgl.
oder sollten da gar andere ursachen zu solchen zahlenwundern führen …. genaues weiß man schon.
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26.September 2010 at 18:06
Hallo,
eine Frage, wie lange dauert dieser “Schwabenstreich” damit wir wissen was zur Vorbereitung einer Organisation benötigt wird.
Gruß Rudi L
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26.September 2010 at 20:16
1 Minute superviel Krach machen. Dann fertig.
Sich noch ein wenig austauschen. Dann “ab in den Park in Stuttgart, die Bäume und Robin Wood schützen”.
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27.September 2010 at 00:05
Danke,
das probieren wir in “Polen” einmal aus.:)
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27.September 2010 at 21:33
“Schuttgart-21″ ist überall dort, wo in einer intransparenten Art und Weise politische und wirtschaftliche Fehlentscheidungen zu Lasten der Steuerzahler sowie der Bevölkerung vor Ort zu Gunsten einiger Weniger getroffen werden (sollen).
Also los. Egal.
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27.September 2010 at 21:50
Die literarische Grundlage der Schwabenstreiche
von Ludwig Uhland
Der wackere Schwabe
Als Kaiser Rotbart lobesam
zum heil’gen Land gezogen kam,
da mußt er mit dem frommen Heer
durch ein Gebirge wüst und leer.
Daselbst erhub sich große Not,
viel Steine gab’s und wenig Brot,
und mancher deutsche Reitersmann
hat dort den Trunk sich abgetan;
den Pferden war’s so schwer im Magen,
fast mußte der Reiter die Mähre tragen.
Nun war ein Herr aus Schwabenland,
von hohem Wuchs und starker Hand,
des Rößlein war so krank und schwach,
er zog es nur am Zaume nach;
er hätt’ es nimmer aufgegeben,
und kostet’s ihn das eigne Leben.
So blieb er bald ein gutes Stück
hinter dem Heereszug zurück;
da sprengten plötzlich in die Quer
fünfzig türkische Ritter daher.
Die huben an auf ihn zu schießen,
nach ihm zu werfen mit den Spießen.
Der wackre Schwabe forcht sich nit,
ging seines Weges Schritt vor Schritt,
ließ sich den Schild mit Pfeilen spicken
und tät nur spöttisch um sich blicken,
bis einer,dem die Zeit zu lang,
auf ihn den krummen Säbel schwang.
Da wallt dem Deutschen auch sein Blut,
er trifft des Türken Pferd so gut,
er haut ihm ab mit einem Streich
die beiden Vorderfüß’ zugleich.
Als er das Tier zu Fall gebracht,
da faßt er erst sein Schwert mit Macht,
er schwingt es auf des Reiters Kopf,
haut durch bis auf den Sattelknopf,
haut auch den Sattel noch zu Stücken
und tief noch in des Pferdes Rücken;
zur Rechten sieht man wie zur Linken,
einen halben Türken heruntersinken.
Da packt die andern kalter Graus;
sie fliehen in alle Welt hinaus,
und jedem ist’s, als würd’ ihm mitten
durch Kopf und Leib hindurchgeschnitten.
Drauf kam des Wegs ‘ne Christenschar,
die auch zurückgeblieben war;
die sahen nun mit gutem Bedacht,
was Arbeit unser Held gemacht.
Von denen hat’s der Kaiser vernommen.
Der ließ den Schwaben vor sich kommen;
er sprach: »Sag an, mein Ritter wert!
Wer hat dich solche Streich’ gelehrt?«
Der Held bedacht sich nicht zu lang:
»Die Streiche sind bei uns im Schwang;
sie sind bekannt im ganzen Reiche,
man nennt sie halt nur Schwabenstreiche.«
Kopiert aus parkschuetzer.de
http://www.parkschuetzer.de/statements/finden?commit=Finden&page=55&query=Schwabenstrei&type=fulltext
Hier ein paar Kommentare und Erlebnisse dazu – sowie etwas Filosofie drumrum.
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30.September 2010 at 18:48
Wer rattert so spät durch Nacht und Wind?
Es ist des Oettingers und Schusters Kind.
Als “Stuttgart 21″ ist´s bekannt,
und fahren soll´s durch Stadt und Land.
Die Bürger wollen es mitnichten,
sie würden gerne drauf verzichten,
sie bangen und sie hoffen noch:
verschwänd´s doch im Milliardenloch!
Anscheinend spielt Geld und Verstand
gar keine Rolle hierzuland.
Gewisse Eigenschaft zeitlebens
bekämpfen Götter selbst vergebens.
Ist´s ewig Los von kleinen Leuten,
ihr Schicksal ist´s, sie auszubeuten?
Der Oberen Größenwahn sanieren?
Geht´s denen nur ums profilieen?
Wem scheint die Frage je zu harsch
und diese Töne viel zu barsch,
der soll zur Umkehr sich bewegen,
noch ist es Zeit zu überlegen.
Denn über deren Protzgehabe
im Chor vereint stöhnt mancher Schwabe:
“Oh, Herr, schmeiß Hirn ra, es isch Zeit,
ond wart net bis en Ewigkeit”!
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