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Neue Ölkatastrophe in USA: “Wir haben jetzt einen Golf von Mexiko im Hinterhof”
Von petrapez | 29.Juli 2010
Gebiet der Grossen Seen droht Verseuchung durch Ölschwaden
Im US-Bundesstaat Michigan kam es zu einer Umweltkatastrophe, als durch einen Bruch an einer Pipeline 19.500 Barrel Rohöl – rund 3,3 Millionen Liter – in einen Bach, der zu einem Fluss führte, eingeleitet worden waren. (Foto: Kalamazoo River, Terry Johnston/Wikipedia)
Sintflutartige Regenfälle und steigende Wasserstandspegel sorgten unglücklicherweise dafür, dass sich das Öl bis zum jetzigen Zeitpunkt mindestens 40 Kilometer entlang der grünen Ufer des Kalamazoo River ausbreiten konnte und weiter in Richtung der Grossen Seen transportiert wird.
Die in Calgary ansässige Betreiberfirma der Pipeline, Canada’s Enbridge Inc., versuchte am Mittwoch, den 28.Juli das Ausmass der Umweltverschmutzung vor der Öffentlichkeit herunterzuspielen und arbeitet seit Montag mit 150 Mitarbeitern und unter Vertrag genommenen Arbeitnehmern an der Eindämmung der Ölteppiche und der Beseitigung der Schäden.
Enbridge ist ein Unternehmen aus Kanada mit Firmensitz in Calgary, das in Kanada und den USA das weltgrösste Rohöl- und Flüssigkeiten-Pipeline-System betreibt. Das Leitungsystem hat eine Länge von 13.500 km und transportiert täglich rund 2 Millionen Barrel. Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P/TSX 60 gelistet.
Enbridge meldete am Montag, dass ein Leck in seinem Lakehead Pipeline-System, das Öl aus Chicago zu den Raffinerien in Sarnia, Ontario, befördert, aufgetreten war. Die geplatzte Linie ist Teil des Kanada-zu-USA Lakehead Systems, das Rohöl-Transporte bis zu 190.000 Barrel pro Tag aus Illinois zu Sarnia, Ontario pumpt.
Steve Sachs, der Sprecher von Mike Nofs, ein Senator von Michigan, sagte, dass die am meisten fotografierten Opfer des Unglücks öldurchtränkte Kanadagänse waren, ein ironisches Symbol der Zerstörung, die durch das in Kanada ansässige Unternehmen verursacht wurde. Sachs sagte in der Nähe der Austrittsstelle:
“Es ist verheerend, die Auswirkungen dieser Verschmutzung sind riesig. Du kannst die Bilder sehen, aber wenn man das wirklich hautnah erlebt ist es herzzerreissend. Wir haben einen Golf von Mexiko in unserem Hinterhof und es ist eine Tragödie.”
Die Behörden waren gezwungen, Familien zu evakuieren und Warnungen über die Wasserqualität sowie über die Gefährdung der Gesundheit durch Verschmutzung der Luft auszurufen.
Die Gegner der geplanten und heftig umstrittenen Trasse der Northern Gateway-Ölpipeline, die das gewonnene Rohöl der Ölsandfelder von Alberta in die USA transportiert soll, bezeichnen den Michigan-Unfall als eine Warnung an die Kanadier, dass solche Umweltschäden auch bei ihnen zu Hause passieren könnten.
Eric Swanson, Mitglied einer Umweltschutzgruppe sagte:
“Unfälle passieren, die Risiken sind real und die Folgen sind potenziell verheerend für die Flüsse, Küste und Gemeinden von British Columbia. Wir brauchen nur alle Versprechungen von Enbridge mit einem Körnchen Salz zu nehmen, oder um genau zu sein, mit drei Millionen Liter von speiendem Öl. Wir brauchen dieses Projekt nicht. Wir brauchen nicht das Risiko einzugehen.”
Die Northern Gateway wurde projektiert, um Rohöl aus der Ölsand-Region in Alberta zu einem Hafen in Kitimat zu transportieren, welches dann per Tankschiff nach Asien gebracht werden soll.
Umwelt-Aktivisten demonstrierten mit Greenpeace Kanada am Mittwoch in Vancouver vor dem Hauptquartier von Enbridge
Artikel zum Thema
Ölsand-Industrie zeigt sich höchst besorgt über wegweisendes Gerichtsurteil in Kanada – Syncrude: “Was können wir für eine unbesonnene Tat Gottes?”
Quelle: http://www.vancouversun.com/news/spill+turns+heat+proposed+Alberta+pipeline/3335621/story.html
Topics: Allgemein, Ökologie, Medizin, Gesundheit | 4 Kommentare »


29.Juli 2010 at 10:58 pm
Mittlerweile haben wir einige ‘Öl-Unfälle’ zuviel und GLEICHZEITIG. An Unfälle glaube ich nicht mehr. Bevölkerungsreduktion mit der Brechstange durch gezielte Vergiftung der Ökosysteme? Sollten die Berichte der Verschwörungstheoretiker doch der Wirklichkeit entsprechen?
30.Juli 2010 at 10:31 am
Bevölkerungsreduktion in diesem Zusammenhang glaub ihc gar nicht, aber der Versuch hintenrum ein neues Energiekonzept einzuführen schon eher!?
Viele Ölunfälle wird zur Einstellung führen, dass wir statt Öl vielleicht lieber Atomenergie oder Ökoenergie benutzen sollen für Antriebe.
Das Ganze ist natürlich Hanebüschen, weil ja so gut wie nichts mehr ohne Öl produziert wird. Von Arzneimittel über die Plastiktüte zum Fleecepullover und PC…
31.Juli 2010 at 10:42 am
Durch die massive Desinformation der Oligarchen ist Wahrheit nicht leicht zu finden. Allerdings dienen die jetzt vermehrt erscheinenden Meldungen über Oel-„Katastrophen“ eher der Manipulation in Richtung Angst zur Blockierung des Denkens bis zur Abstumpfung und Ignoranz.
Ist doch die „größte Katastrophe der Menschheit“ im Golf von Mexiko so gut angekommen… (vorsicht Ironie!) Man greift halt gern auf Bewährtes zurück.
Die Ergebnisse der von den Oligarchen geförderten Think-Tank und Massenmedien kann man in „Deutschland“ jeden Tag auf`s Neue bewundern…
Dazu auch interessanter Blog-Artikel über die moderne Mutter der Desinformation:
http://www.meinpolitikblog.de/2010/01/11/a-mindcontrol-orchestra/
Herzliche Grüße
31.Juli 2010 at 9:37 pm
Und weils zum Thema passt. US Wissenschaftler finden giftiges Dispersionsmittel der Ölbekämpfung in Klein-Krebsen im Golfs von Mexiko.
The Huffington Post berichtet.
http://www.huffingtonpost.com/2010/07/29/scientists-find-evidence_n_664298.html