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    Industrielle kämpft nicht gegen Windmühlen!

    Von Adam Keller | 15.März 2010

    Sehr geehrte Herren
    Letzte Woche haben Sie scharf gegen die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg protestiert. In ihr heißt es, dass Produkte, die in Siedlungen in den besetzten Gebieten hergestellt werden, nicht zu „Made in Israel“ gezählt werden, und deshalb beim Eintritt auf den Europäischen Markt nicht unter die Zollausnahmebestimmungen gerechnet werden. Wie man bei einem Interview bei „Stimme Israels“ ( 27.Februar 2010) feststellte, bedeuten diese Vorschriften eine bedeutende Preiserhöhung der Siedlungsprodukte und ein Schaden der Wettbewerbsfähigkeit der Fabriken, in denen die Produkte hergestellt werden.

    Im Namen der Industriellenvereinigung protestierten Sie gegen diese europäische Vorschrift und forderten ihre Aufhebung und riefen die Regierung Israels auf, dagegen zu handeln. Mit allem nötigen Respekt hoffe ich, dass es Ihnen klar wird, dass Sie gegen Windmühlen kämpfen, ja, einen sinnlosen, von vornherein zum Scheitern verurteilten Kampf führen.

    Es wird für Industrielle Zeit, die Schrift an der Wand zu lesen und zu verstehen, dass vom Standpunkt des reinen Geschäftes, ein Investment in die Siedlungen eine schlechte und schädigende Anlage ist. – ganz abgesehen von der allgemeinen Ansicht über Israels Zukunft und seiner dringenden Notwendigkeit, mit seinen Nachbarn Frieden zu schließen.

    Überall in der Welt taucht seit langem ein Konsens auf, der vollkommen gegen die von Israel in den besetzten Gebieten gebauten Siedlungen ist und diese ablehnt – es sind Siedlungen, deren Bau und andauernde Existenz eine schwere Verletzung des Völkerrechts darstellt; denn sie stehen an Orten, die in keiner Weise Teil von Israels Herrschaftsgebiet sind.

    Die Gush Shalom-Bewegung hat schon immer das Siedlungsprojekt abgelehnt, das den Weg zum Frieden blockiert. Und unser Aufruf an die israelischen Bürger, die Siedlungsprodukte zu boykottieren, ist nicht auf taube Ohren gestoßen. Schon seit Jahren wird der Boykott von Siedlungsprodukten von vielen verschiedenen Haushalten von Friedensuchenden Israelis aufrecht erhalten, die sich wegen Informationen an uns wenden. So haben sich auch Europäer an uns gewandt – Aktivisten aus Friedens- und zivilen Gesellschaftsorganisationen aus Ländern wie Schweden und den Niederlanden. Aber nach und nach auch von offiziellen Vertretern, die uns wissen ließen, dass sie die Sache ernst nehmen, auf der Ebene der EU als Ganzes aber auch in einzelnen EU-Ländern.

    Ich hoffe, Sie werden verstehen und die Botschaft an Ihre Industriellen-Kollegen weitergeben, dass die Vorschriften des Europäischen Gerichtshofes eine natürliche und unvermeidliche Folge des internationalen Konsens gegen die Siedlungen ist. Es besteht keine Chance, dass diese Vorschriften rückgängig gemacht werden. Im Gegenteil, es besteht die konkrete Chance, dass ihnen schärfere Maßnahmen folgen bis zu dem Punkt, dass die Einfuhr sämtlicher Produkte aus Sielungen auf europäische Märkte und andere Teile der Welt verboten wird.

    Zweifellos ist es ihnen bewusst, dass die meisten Industriellen, die ihre Fabriken in den Siedlungen in den besetzten Gebieten angelegt haben, dies nicht aus ideologischen Gründen getan haben, sondern aus rein geschäftlichen Gründen –besonders die beträchtlichen direkten oder indirekten Subventionen, die die Regierung Israels denen vermacht, die ihre Fabriken in die Siedlungen setzen.

    Bedeutende Fabriken wie ‚Multilock’ und ‚Barkan Wineries’ haben schon herausgefunden, dass wenn man sich in den Siedlungen befindet, sich für internationale Geschäftbeziehungen unüberwindbare Barriere sich aufbaut. Sie zogen die Konsequenzen und zogen aus den Besetzten Gebieten heraus ins eigentliche Israel. Gegenwärtig macht die Ahava-Kosmetikfirma, die an der Küste des Toten Meeres in den besetzten Gebieten liegt, die Erfahrung, dass ihre Produkte weltweit eine äußerst kontroverse und umstrittene Angelegenheit ist.

    Ich würde Ihnen empfehlen …, dass Sie Ihren Kollegen empfehlen, jedes weitere Investment in Siedlungen in den besetzten Gebieten zu vermeiden und Vorbereitungen zu treffen, die Fabriken so bald wie möglich aus diesen Gebieten herauszunehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Adam Keller, Sprecher von Gush Shalom. POB 2642 Holon 58125.

    7.3. 10

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    Topics: Allgemein | 3 Kommentare »

    3 Kommentare to “Industrielle kämpft nicht gegen Windmühlen!”

    1. think better twice meint:
      15.März 2010 at 9:07 pm

      Ich kaufe schon sehr lange keine mehr Produkte mehr aus einem Land, das auf palästinensische Kinder Phosphorbomben abwirft, Lebensmittel-, Wasser- sowie Medikamententransporte verweigert und die Welt mit ihrem geheimen Atomwaffenarsenal bedroht.

      Auch keine einzige Grapefruit “Made in Israel” :-(

      “Antisemitismus”?
      Scheiss drauf!
      Den Trick sollen sie woanders versuchen :-(

    2. Samuel meint:
      16.März 2010 at 10:27 am

      Solange man die Herkunft eines Produktes noch erkennen kann ist dies ja kein Problem dessen Konsum zu verweigern – eben solange die Herkunft klar ist.
      Wenn ich mir anschaue was der Staat Israel generell macht, so sträuben sich mir die Nackenhaare und ich kenne viele jüdische Mitbürger denen es genauso geht. Ich kann nur jedem raten mit offenen Augen seine täglichen Einkäufe zu tätigen und lieber einmal zu wenig zu kaufen als einmal etwas von zweifelhafter Herkunft, was nicht unbedingt nur auf dieses Thema zutrifft (siehe absolut billig aus CN, Pflastersteine von Kindern aus dem Steinbruch (IN) und Erdbeeren aus den Steppengebieten Spaniens uvam.)

    3. think better twice meint:
      16.März 2010 at 10:44 am

      “Antisemitismus? It is a trick! We always use it.”

      Eine ehemalige israelische Ministerin im US-TV:
      http://www.youtube.com/watch?v=jUGVPBO9_cA

      Ob der Friedmann da in die Lehre ging, zusammen mit Broder und Knoblauch?