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Menschenaffen ziehen zu Pharmakonzern Novartis

Von petrapez | 11.März 2010

Basler Zoo baut ein Jahr lang Affenhaus um – die Insassen wohnen in dieser Zeit in Versuchstier-Trakt

Der älteste Zoo der Schweiz in Basel hat vor, das Affenhaus zu sanieren, das in den siebziger Jahren entstanden war. Mit 28 Millionen Franken werden die Umbaukosten veranschlagt, es wird eine weitläufige Grünfläche für die Bewohner entstehen. Dreizehn Monate werden die Bauarbeiten beanspruchen. (Foto: Eine Gruppe junger Gemeiner Schimpansen / unbekannt, Field Research Volunteer/Wikipedia)

Während dieser Zeit benötigen die sozialen Tiere ein neues Zuhause, schliesslich kann man sie nicht während dieser langen Zeit in einen Käfig einsperren.

Für die Zoo-Direktion bedeutete es die Suche nach einem geeigneten Quartier. Die Kapazitäten anderer Tierparks scheinen nicht ausgereicht zu haben, ganze Familienverbände aufzunehmen, die man aus ethischen Gründen nicht einfach auseinanderreissen und einzeln aufteilen kann.

Sieben Gorillas und zehn Schimpansen galt es unterzubringen und das so gut es möglich ist “artgerecht”. Der Zoo in Gelsenkirchen hat bereits sieben Orang-Utans aufgenommen.

Nun wurde auch für die Gorillas und Schimpansen die beste Unterbringungsmöglichkeit gefunden, die zur Verfügung stand: ausgerechnet beim Pharmakonzern Novartis, weil dieser wegen der Tierversuche über die nötigen Kapazitäten verfügt. Die Basler Zoo-Direktion mietet ein ganzes Stockwerk für seine Schützlinge an, in dem sonst die Versuchstiere des Konzerns untergebracht sind, hiess es nach Angaben der Zeitungen.

“Während des rund 13-monatigen Aufenthalts unserer Tiere werden nur Zoo-Mitarbeiter die Berechtigung haben, diesen Stock zu betreten.”

beruhigte Zoo-Direktor Olivier Pagan. Projektleiterin Heidi Rodel sagte

“Den Menschenaffen stehen je 150 m2 zur Verfügung. Diese werden zurzeit noch von unseren Pflegern an die Bedürfnisse der Tiere angepasst.”

Der Standort des Gebäudes bliebe auf Wunsch von Novartis geheim – man fürchtet sich vor militanten Tierschützern, hiess es.

Den Affen wird bei Novartis nichts passieren, davon ist auszugehen und der Umzug dorthin ist eine -sehr bittere – Notlösung. Aber makaberer geht es schon nicht mehr. Tiere sind sehr empfindlich und es ist durchaus möglich, dass sie die Hormonausschüttungen der vorangegangen Bewohner noch aufnehmen und “riechen” können – und das dürften keine glücklichen gewesen sein.

Generell sollten alle Menschen diese Meldung zum Anlass nehmen, über Tierversuche nachzudenken. Was man diesen Geschöpfen unseres Planeten damit für Leid und Qualen zufügt. Gesunde Tiere werden zum Beispiel mit Krankheitserregern infiziert und man testet sie durch mit Gegenmitteln, um die Wirkungen festzustellen. Oder es werden gentechnisch veränderte Tiere mit bestimmten defizitären Merkmalen gezüchtet, um Wirkstoffe auszuprobieren. Es ist pervers, Lebewesen für diese Zwecke zu züchten, auf diese Welt kommen zu lassen – um nach diesem Leben im Versuchslabor zu sterben und anschliessend als Sondermüll entsorgt zu werden.

Ein paar Minuten Zeit sollte man sich nehmen, um dieses Bild in seinem Innerern zu visualisieren und die Tierschützer nicht mehr als chaotische Spinner abzutun. Es gibt nicht das ethische Recht, medizinische Forschungen zum Wohle und der Gesundheit der Menschen mit Experimenten an Tieren durchzuführen.

Auf der Webseite von Ärzte gegen Tierversuche e.V erschien am 8.März der Beitrag “Vier Jahre nach der TGN1412 Arzneikatastrophe – Tierversuche versprachen Sicherheit, Medikamententester rangen mit dem Tod”, in dem berichtet wird, welche schweren Nebenwirkungen entstanden, als Medikamente an Menschen getestet wurden, die bei Tierversuchen als sicher galten. (2)

Über zweieinhalb Millionen Tiere zu Versuchszwecken werden allein im Bericht “Tierversuchszahlen 2007″ des deutschen Verbraucherministeriums genannt. Nicht aufgeführt sind Amphibien (12.185), Reptilien (150) sowie andere Säugetiere (539).

Quellen:
(1) http://www.20min.ch/news/basel/story/Menschenaffen-ziehen-zu-Novartis-16418701
(2) http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/component/content/article/20-neuigkeiten/438-nach-der-tgn1412-arzneikatastrophe

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Topics: Ökologie, Medizin, Gesundheit | 12 Kommentare »

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12 Kommentare to “Menschenaffen ziehen zu Pharmakonzern Novartis”

  1. Daniel Neun meint:
    11.März 2010 at 15:04

    Ich sehe schon die Reaktion der von Amts oder Ideologie wegen interessierten Exemplare des Sapiens vor mir, wie sie sich schlechter aufführen als “Affen” und deshalb glauben, nicht von ihnen abzustammen.

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  2. Uhu meint:
    11.März 2010 at 15:31

    Ey Du pöbelhaftes Megafon der Habenichtse unter den Haarlosen: würdest Du bitte den Ehrentitel von diesem Menschenpack nicht vergessen?

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  3. Daniel Neun meint:
    11.März 2010 at 15:37

    Und der wäre?

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  4. Uhu meint:
    11.März 2010 at 15:40

    Homo.

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  5. Daniel Neun meint:
    11.März 2010 at 15:51

    Komischer Vogel.
    Aber gut: also Homo Sapiens.

    (Everyone´s a critic..)

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  6. Zweifler meint:
    11.März 2010 at 17:23

    Jahrelanges Stillsitzen, verbrühte Haut, ätzende Flüssigkeiten in Auge und Gehirn – nur ein paar Beispiele für das Leid, das Millionen Tiere in Versuchslaboren erfahren. Jedes Jahr sterben 2,7 Millionen Tiere in Versuchen – Tendenz steigend. Die Suche nach Alternativen zu den oft grausamen Methoden im Labor verläuft jedoch schleppend.

    Das Leid der Tiere:

    http://www.suedkurier.de/news/wissenschaft/art419,4202411

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen

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  7. roush meint:
    11.März 2010 at 20:35

    @ 6 Zweifler
    Es ist leider so traurig, wozu Menschen fähig sind.
    Ist das Mitgefühl für die uns umgebenden Wesenheiten nicht mehr möglich?
    Diese Weise der Brutalität ist kein Zufall.(?)

    Es ist so grottenschlecht, was getan wird.
    Der Bogen ist längst überspannt.
    Welche Aufgabe haben die verantwortlichen?
    Welche Lebensberechtigung?
    Diese Leute haben viele Schrauben locker.

    roush (Liebe Grüße)

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  8. lupo meint:
    11.März 2010 at 22:05

    Tier können absolut riechen, wenn dort jemand zuvor gelitten hat. Hunde können sofort riechen, ob ein Mensch je Stress mit anderen Hunden hatte.

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  9. Jan meint:
    12.März 2010 at 01:00

    1859 brachte Charles Darwin sein Buch “Die Entstehung der Arten” heraus. Voreingenommene Wissenschaftler erhoben diese Theorie zur Wissenschaft und zur Religion.

    Tatsächlich sind die Thesen von Darwin bis heute in keiner Weise auch nur ansatzweise bewiesen, deshalb hat man es Dogmatisiert!

    Wenn Du glaubst zu wissen, musst Du wissen dass Du glaubst!

    Also würde ich die These, der Mensch stammt vom Affen ab mit sehr großer Vorsicht genießen zumal die Zahl der skeptischen wissenschaftlichen Stimmen zum Darwinismus nicht kleiner sondern größer wird!

    Aber nichts des so Trotz und unabhängig von dieser komplexen Frage, ist es pervers wie wir mit Lebewesen umgehen, Tierversuche, die Lebensmittelindustrie mit ihre Fleischtransporten über die Autobahnen, Schlachthöfen usw.!

    Es gibt wirklich gute Gründe Vegetarisch zu Leben und es gibt verdammt viele Gründe Lebewesen vor der Pharmaindustrie und Kosmetikindustrie zu schützen!

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  10. Antonietta meint:
    12.März 2010 at 07:47

    Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben.

    Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele “Verbesserungen” sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.

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  11. Antonietta meint:
    12.März 2010 at 07:48

    Versuche an Affen sind aus ethischen Gründen zu verbieten. Es gibt keine Rechtfertigung für diese Experimente. Versuche an Affen liefern keine Ergebnisse, die vorbehaltlos auf den Menschen übertragen werden können. Versuche an Affen führen in der Forschung nicht weiter und müssen deshalb auch aus methodischen Gründen abgeschafft werden. Denn die falschen Rückschlüsse, die aus Tierexperimenten gezogen werden, dienen nicht selten der Rechtfertigung, für den Menschen schädliche Produkte oder Technologien auf den Markt zu bringen. Wir brauchen nicht mehr Tierversuche, sondern neue, intelligente Lösungsansätze. Tierversuchsfreie Forschungsmethoden bieten solche Möglichkeiten. Deshalb müssen finanzielle und personelle Mittel, die bisher ganz selbstverständlich in Tierexperimente geflossen sind, für eine tierversuchsfreie Forschung freigegeben werden.

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  12. Menschenaffen ziehen zu Pharmakonzern Novartis | meint:
    12.März 2010 at 17:15

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