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Senegal bietet Haitianern Land für Heimkehr nach Afrika

Von petrapez | 18.Januar 2010

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Afrikanische Union soll die Idee eines eigenen Staates für die Haitianer umsetzen. (Satellitenfoto: Senegal, NASA /Wikipedia)

Der Präsident von Senegal, Abdoulaye Wade sagte, dass Senegal und andere afrikanische Länder den Opfern des Erdbebens in Haiti die Chance bieten sollen, auf den Kontinent umzusiedeln. Er forderte die anderen westafrikanischen Staaten dazu auf, dem Beispiel seines Landes zu folgen. Die Haitianer sollen nach seinen Vorstellungen einen eigenen Staat in Afrika gründen.

“Afrika sollte den Haitianer die Chance bieten, nach Hause zurückzukehren. Es ist ihr Recht. Es gibt nichts darüber zu feilschen.”

Wade machte geltend, dass die Haitianer die Nachkommen der Sklaven sind und so das Recht auf Rückkehr auf dem afrikanischen Kontinent haben. (1)

Die Fernsehbilder von Schwarzen, französisch sprechenden Haitianer in Not hätten einen Nerv im frankophonen West-und Zentralafrika berührt, hiess es.

Lokale Zeitungen hätten am Montag den Vorschlag des Präsidenten veröffentlicht, dass Wade den 53 Staaten der Afrikanischen Union die Bildung eines eigenen Staates für die Haitianer auf afrikanischem Territorium nahelegen wird, für immer in das Land ihrer Vorfahren zurückzukehren.

Senegalesische Beamte wurden nach lokalen Presseberichten mit den Worten zitiert, dass das Land bereit sei, Parzellen fruchtbaren Bodens Haitianer zu bieten, von denen viele von ihnen immer noch auf Hilfe nach dem Erdbeben vom Dienstag warteten und es wird angenommen, dass dabei 200.000 getötet wurden.

Die Präsidialrepublik Senegal hat eine Fläche von 196.722 km² und fast 12 Millionen Einwohner. Das westafrikanische Land liegt am Atlantik zwischen Sahelzone und den Tropen.

Die Regierung von Senegal hat 1 Million Dollar Soforthilfe zugesagt und mit Vorbereitungen für Fernsehaufrufe für Spendenaktionen begonnen, hiess es nach Medienberichten.

Haiti hat 9 Millionen Einwohner, von denen über 65 Prozent unterhalb der absoluten Armutsgrenze leben. (2)

Artikel zum Thema

17.01.2010 UNO-Sicherheitsrat: Beratung über die Leitung und Koordination der Hilfe für Haiti
17.01.2010 Obama: USA werden zur Aufbauhilfe einige Jahre in Haiti bleiben
16.01.2010 Haiti: US-Militär erhält Vollmacht über Flughafen von Bellerive – Aristide am Flughafen in Johannisburg bereit zur Rückkehr

Quellen:
(1) http://alertnet.org/thenews/newsdesk/LDE60H0KC.htm
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Haiti

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Topics: Politik | 12 Kommentare »

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12 Kommentare to “Senegal bietet Haitianern Land für Heimkehr nach Afrika”

  1. gollom meint:
    18.Januar 2010 at 18:15

    wow ich finde das sehr beindruckend von den senegalesen

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  2. Daniel Neun meint:
    18.Januar 2010 at 18:37

    Vorsicht, gollom.

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  3. Redhat meint:
    18.Januar 2010 at 18:47

    Ja,
    wenn ich nun lese, dass die Amerikaner tausende Soldaten nach Haiti schicken und es nicht hinbekommen, trotz der vorhandenen logistischen Möglichkeiten zumindest eine rudimentäre Hilfe zu leisten und zudem französische Hilfslieferungen blockieren, weiterhin die UN Ärzte aus Haiti abzieht, dann stellt sich mir die Frage ob die Amerikaner wirklich Hilfe leisten wollen oder andere Interessen federführend sind.
    Womöglich drängt sich der Verdacht auf, dass die Amerikaner die Katastrophe benutzen um einen weiteren Brückenkopf gegen Venezuela zu etablieren und Haiti zu einem Ferienparadies umzufunktionieren. Dafür will man sich nun der Einwohner durch Umsiedlung entledigen.
    Mhhhh

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  4. Meyer meint:
    18.Januar 2010 at 19:07

    > Afrika sollte den Haitianer die Chance bieten,
    > nach Hause zurückzukehren. Es ist ihr Recht.
    > Es gibt nichts darüber zu feilschen.

    Ist das jetzt wörtlich aus dem Handbuch der CIA zur Destabilisierung von Staaten/Erdteilen entnommen, oder ist das auf seinem eignen Mist gewachsen?
    Dürften dann im Fall der Fälle die Haitianer die amerikanischen “Freunde” samt Flugzeugträger mitbringen?

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  5. Leo Trotzki meint:
    18.Januar 2010 at 19:56

    Das ganze riecht penetrant nach ethnischer Säuberung.
    Als vor ein Paar Jahren die Stadt New Orleans von einem Hurricane zerstört wurde, haben US-Regierung und Versicherungen den weißen Bewohnern schnell und unbürokratisch geholfen, in ihre Häuser zurückzukehren. Die zumeist armen schwarzen Bewohner gingen leer aus und mußten sich anderswo eine Bleibe suchen. So sank der afro-amerikanische Bevölkerungsanteil von vorher 80% auf 10%. Nebenbei haben sich die früheren schwarzen Wohngebiere inzwischen in teures Bauland verwandelt.
    Der Vorschlag ist grotesk, diese Menschen leben seit 200-300 Jahren auf Haiti, das Land ist ihre Heimat. Oder wollen die Amis etwa hinterher die gesamte Insel Hispaniola den Nachkommen der karibischen Indianer zurückgeben? Im Senegal würden sie jedenfalls genau so vor dem Nichts stehen, ich sehe da keine Verbesserung.
    Vergesst das bitte mit den US Hilfeleistungen, wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr…
    PS: Was wird an Hilfe von den Amerikanern blockiert? Wo gibt es Detailinformationen?

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  6. Leo Trotzki meint:
    18.Januar 2010 at 20:36

    Schon was gefunden…
    http://www.jungewelt.de/2010/01-19/056.php

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  7. orlando meint:
    19.Januar 2010 at 00:58

    schon merkwürdig, das war auch mein erster Gedanke.
    Seit Tagen brennt sich der Eindruck auf den Haitianern das Überleben so schwer wie möglich zu machen.

    Da kommt der Deal mit der Kopfgeldprämie wie gelegen.

    http://www.focus.de/panorama/welt/erdbeben-haiti/haiti-wut-auf-us-truppen-in-haiti-steigt_aid_471699.html

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  8. orlando meint:
    19.Januar 2010 at 01:05

    … und warum hat KEIN Institut vorher gewarnt.
    Gab es gar einen kleinen Maulkorb unter den Seismogaphen?

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  9. Gerhard Karpiniec meint:
    19.Januar 2010 at 10:42

    Es ist sicher löblich wenn der Präsident des Senegals Teile seines Landes oder Afrikas verschenken bzw.bereitstellen möchte. Es dürfte Ihm aber entgangen sein, dass ein Teil seiner Landsleute aber auch andere Afrikaner der allgemein bekannten Umstände nicht in Afrika leben wollen. Auch scheint es derzeit kaum möglich ein wesentlich besseres Leben in Afrika als in Haiti haben zu können.

    Gerhard Karpiniec Laxenburg/Österreich

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  10. Ilka Voigtländer meint:
    19.Januar 2010 at 19:10

    Schon richtig dass es im Senegal wohl nicht viel mehr zum Leben gibt als auf Haiti, aber auch nicht wesentlich weniger. Der Senegal gehört zu den politisch und ökonomisch stabileren Ländern Westafrikas.
    Und ein ganz entscheidender lebenserleichternder Vorteil ist dass das ganze Umland, die benachbarten Länder und Völker die gleiche Sprache sprechen!!!
    Die Haitianer werden von den umliegenden Hispaniolas überhaupt nicht akzepiert, im Moment juckt es diese Länder dort ringsrum überhaupt nicht was da los ist, die dominikanische Republik lässt nicht mal Flüchtlinge rein.
    Ich denke dass allein die kulturellen Gewohnheiten der Haitianer eher den westafrikanischen gleichen.
    Und natürlich ist aller Anfang schwer, aber es ist doch einfacher ein Leben auf einem einfachen Stück intaktem Land aufzubauen, als in einer völlig zerstörten, kaputten Umgebung!

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  11. Ilka Voigtländer meint:
    19.Januar 2010 at 19:30

    Senegal hat eine super Fußballmannschaft, die Legendäre Route “Paris-Dakar” endet dort. Es hat das bestausgebauteste Straßennetz ganz Westafrikas.
    übrigens: vielleicht mal in Wikipedia die Länder vergleichen bevor Behauptungen aufgeführt werden.
    Nur EIN Beispiel:
    Arbeitslosenquote Senegal: 48%
    Arbeitslosenquote Haiti: 70%

    pro-Kopf-Einkommen Senegal: 934 $
    pro-Kopf-Einkommen Haiti : 600 $

    usw…

    viele Grüße!

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  12. Ilka Voigtländer meint:
    19.Januar 2010 at 19:41

    Im Senegal ist der Schulbesuch KOSTENLOS im Gegensatz zu Haiti!

    der Senegal zeichnet sich durch rechtsstaatliche und demokratische Strukturen aus, grundlegende Freiheitsrechte, insbesondere Religions-, Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit, sind gewährleistet!!!

    Die innenpolitische Situation in Haiti war in den letzten Jahrzehnten durch wiederholte Krisen wie Staatsstreiche, ausländische Interventionen und/oder Diktaturen mit Ausbrüchen von gewalttätigen Konflikten, Verletzungen der Menschenrechte und chronische Instabilität gekennzeichnet.

    so, genug gemonologt, jedenfalls sehe ich keine Verschlechterung bei einer Umsiedlung, sondern
    AUSSCHLIEßLICH gewaltige Verbesserung!!!

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