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Impressionen: Encore une fois les promesses n’étaient que foutaises

Von ter | 19.Dezember 2009

Die Überschrift ist kein korrektes (Vulgär-) Französisch. Aber, sie ist in etwa das Niveau des hier gesprochenen  Québécois und könnte (sehr frei) mit « das Versprechen war nur wieder Bullshit » übersetzt werden. Das Thermometer zeigt vier Grad Minus. Der Wetterbericht hat für die Region Washington D.C. heute einen Schneesturm vorausgesagt.

 

D’Hydro-Québec

Und wie richtet man sich einen Internetanschluss ein, wenn die Pfeifen vom Elektrizitätswerk den Strom für über 200.000 Haushalte (am 15.12.) ausfallen lassen? Gar nicht. Kaffeekochen ging auch nicht. Mist, die Zentralheizung brauchte auch Strom. Also Ölheizung aus und das Kaminfeuer an. Fast bin ich geneigt zu behaupten, dass sich in den vielen Jahren meiner Abwesenheit nichts geändert hat, dann studiere ich in den örtlichen Zeitungen den Polizeibericht und stelle amüsiert fest: Es hat sich eine Menge geändert.

 

Pressearbeit

Die Polizei sucht einen Supermarktdieb – mittels veröffentlichtem Videofoto – der Waren im Wert von 250 Dollar gestohlen haben soll. Das in der Zeitung veröffentlichte Foto hat Porträt Qualität. Ich habe noch nie ein so scharfes Bild einer Überwachungskamera gesehen wie dieses.

Also rufe ich bei der Pressestelle der Supermarktkette an und bitte diese Superüberwachungskamera einmal in Augenschein nehmen zu können. „Klar doch. Kein Problem.“

Gleich am zweiten Tag bin ich in eine Verkehrskontrolle gekommen. Keine Ahnung, ob diese Kontrolle eine Show war oder was der Zirkus sollte, weshalb ich mit dem Presseausweis wedelte und Auskunft wollte.

Derartige präventive Maßnahmen werden hier gefilmt und als Warnung im örtlichen Fernsehen veröffentlicht, mit dem Hinweis, dass über die Festtage die Kontrollen verstärkt werden.

Mit dieser Auskunft ist für mich die Verkehrskontrolle beendet. Der Beamte der Provinzpolizei blieb mit offenem Mund zurück, als ich ihm nach dieser feierlichen Enthüllung erklärte, dass ich leider kein Französisch spreche und nicht das Geringste von dem, was er sagte, verstanden habe. Seine Kollegen lachen schallend. Der Reporter des örtlichen Fernsehen ist der Meinung: „Wir sollten in der warmen Kneipe um die Ecke einige Biere „zischen“ und wenn ich dann wieder in meinen Wagen steige und die Verkehrskontrolle wäre noch aktiv, dann – ja dann – würde ich selbst Québécois verstehen.“

„Kein Problem“, behauptet der eben noch sprachlose Polizist, „die Stadtpolizei würde mir selbstverständlich ein Taxi – vor einer Kontrolle – rufen.“

Ein derart locker, entspanntes Verhältnis – zwischen Presse und Polizei – würde ich gerne einmal in Berlin erleben.

Überrascht bin ich auch über die Detailliebe der örtlichen Presse. So wird der Wechsel eines örtlichen Eishockeystars zu einem Club in Deutschland mit Informationen über diesen deutschen Klub und dessen Heimatgemeinde versehen. Ich wünsche dem Spieler in Deutschland vergleichbare positive Erfahrungen, wie ich sie hier gemacht habe. Eishockey ist natürlich hier „der“ Sport schlechthin.

Keine Gesellschaft der Zuschauer

Kanadier wollen an den für sie wichtigen Ereignissen persönlich dabei sein und so wird der Fackellauf des Olympischen Feuers durch die Region mit allen Daten detailliert in der Presse beschrieben. Dies gilt für alle Events und dies gilt auch für das bürgerliche Engagement, gleich in welchem Bereich oder für welchen Zweck. Im Mittelpunkt der Lokalberichterstattung stehen die Region und ihre Menschen. Selbst die Berichterstattung über den Schutz des Olympischen Feuers stellt einen der Beschützer den Lesern persönlich vor. Die veröffentlichten Details würden in Deutschland unter den Stempel: „VS – nur für den Dienstgebrauch“ fallen.“

Dies will ich genauer wissen. Hole mir bei der GRC (Gendarmerie royale du Canada/ Royal Canadian Mounted Police) die Pressemappe und marschiere mit dieser zur Sûreté du Québec. Kein Problem. Mir werden im Detail die Sicherheitsmaßnahmen erklärt. Auch jene, über die ich nichts Konkretes schreiben soll.

Radio Utopie kennt natürlich Keiner, weshalb sie ins Internet gehen. Ich übersetzte zum Teil einen Artikel von Daniel. Dies genügt. Blankes Entsetzen, als ich erzähle, dass mir in Deutschland kein Polizist einen Einblick in die Sicherheitsstrategie gegeben hätte, wenn ich offenbart hätte, dass ich für eine Online Zeitung schreibe.

Zur Vorsicht zeige ich nach dieser Erklärung den Hausausweis meiner wahren Auftraggeberin. Die hat natürlich ein „Standing“ in Kanada. Mehr Informationen gab es aber auch nicht für diesen Sender. Natürlich stellt sich sofort ein Polizist für den „Dreh“ zur Verfügung und natürlich stellen wir den Polizisten nicht nur namentlich vor, sondern auch mit einigen Details aus seinem Leben und seinem Werdegang. Getreu dem Motto der dortigen Presse, das Menschen hinter der Umsetzung der Sicherheitsstrategie stehen, die ein Gesicht, einen Namen, eine Vita, Gefühle, Erfahrungen und Überzeugungen haben. Es ist kein Problem, dass ich einen jungen Polizisten dafür will, einen von denen, welche die Planung ausführen und gegebenenfalls das Feuer schützen müssen. Keine Staatsmacht, die sich hinter der Anonymität verbirgt, sondern einen Mitbürger in Uniform, der dann vor laufender Kamera sogar der Meinung ist, das die Demonstranten beim Fackellauf zu den Spielen in Peking nur ihre Meinung zum Ausdruck gebracht haben und es halt der Job der Polizei war, das Feuer zu schützen.

Eine – wie ich meine – vernünftige Art der Deeskalation. Wer will seinem derart offen auftretenden Nachbarn schon Ungemach bereiten? „Nein“, so erfahre ich, für Vancouver werden natürlich keine Demonstrationen erwartet. Mit einigen Spaßvögeln oder „Verrückten“ muss aber auch bei diesem Fackellauf gerechnet werden.

Zurück zum Schneesturm

Ich sitze hier in Plattsburg, NY, warte auf meinen Anschlussflug nach NY-City, um Weihnachten wieder in Berlin zu sein. Gespannt auf meine Telefonrechnung. Ich hatte Dämlicherweise das Telefon auf Weiterleitung geschaltet. Der Anschlussflug hat sich wegen dem Schneesturm verspätet. Zeit für einen Artikel.

Und die Überschrift. Tja, dies ist der deftige Kommentar eines hiesigen Zeitungslesers zu der Mammutschau in Kopenhagen, die zeigte, dass sich in der Politik etwas ändern muss, nicht nur  in unserem Lande. Auch Kanadas Ministerpräsident verkauft seinem Volk „Kopenhagen“ als „Erfolg“. Mal sehen, wenn ich nur noch aus diesem Teil der Welt berichte, ob es mir gelingt, Stephan Harper zu einem Interview für Radio Utopie zu gewinnen. Vielleicht brauchen der politische Meinungskampf und die Berichterstattung Impulse aus dieser klimatisch (verdammt) kalten Region. Ich hoffe, in Berlin ist es wärmer.

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8 Kommentare to “Impressionen: Encore une fois les promesses n’étaient que foutaises”

  1. kleriker meint:
    19.Dezember 2009 at 22:55

    harharhar :mrgreen: also da wo ich wohne, waren es heute 17 grad minus. und das is nicht soo weit weg von berlin. da könnte man ja die 4 grad minus als glatte klimaerwärmung verkaufen.

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  2. Tweets die Impressionen: Encore une fois les promesses n’étaient que foutaises | Radio Utopie erwähnt -- Topsy.com meint:
    19.Dezember 2009 at 23:30

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von CONTRACOMA und CONTRACOMA, Die besten Blogs im erwähnt. Die besten Blogs im sagte: Impressionen: Encore une fois les promesses n’étaient que foutaises http://bit.ly/8W08JK [...]

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  3. souldeanmarcjon meint:
    19.Dezember 2009 at 23:46

    Ist doch schön wenn mensch sich amüsieren kann.. Von den aktuellen Ereignissen in Kanada lese ich hier jedoch nichts, auch nicht über die Zwangsimpfung und darauffolgende Massenerkrankung der Indigenen.. Naja, hauptsache man hat was zu erzählen… son paar Indianer ach naja das ist halt ne story am Rande wen interessiert das schon…
    *notamused*

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  4. souldeanmarcjon meint:
    19.Dezember 2009 at 23:48

    http://www.contracoma.com/kanada-genozid-an-indianern-durch-impfungen/

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  5. Morle meint:
    20.Dezember 2009 at 12:11

    @souldeanmarcjon, ich gehe in der Meinung konform.

    Gerade Quebec ist ein riesiger Schandfleck. Schaut Euch nur das mal an

    Ein Kinder Gefängnis
    Korruption, Kindesmisshandlung & das Geschäft
    der Kinder in Quebec

    http://www.sosquebec.com/de/index.htm

    zumindest ab jetzt, wenn nicht schon nach der Erwaehnung des aktuellen Indianermords und Menschenversuches, waere zumindest eine Entschuldigung des Autors , dieses Artikels angebracht.

    Eine Schande Sowas.

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  6. ter meint:
    20.Dezember 2009 at 13:49

    Zwangsimpfungen

    Vielleicht bin ich noch etwas zu müde. Zumindest habe ich bemerkt, dass die Temperaturen im nördlichen NY tatsächlich MILD zu dem frostigen Empfang in Berlin waren.

    Zuerst etwas zur Geografie: Das französisch sprechende Québec liegt an der Ostküste, das Dorf Ahousaht etwa 3.700 Kilometer weiter westlich. Der Zeitunterschied beträgt drei Stunden.

    Dann zur nächsten Feststellung, dass es mich bei meinen erst Schritten noch nicht einmal interessiert hat, was in Ontario vor sich ging und selbst Montreal war für mich kein Thema.

    Ich könnte allenfalls berichten, wie in der Beauce die Immunisierungs- Kampagne verlief. Sie war originell und witzig. Über die Gefahren der Impfung wurde umfassend aufgeklärt. Mutmaßliche Angehörige von Risikogruppen bekamen den Impfstoff mit und wurden gebeten vor der Impfung erst mit ihrem Arzt zu reden. Ich habe die Impfung verweigert, da ich diese Grippe bereit hinter mir habe und bekam meinen Impfstoff ausgehändigt.
    ´
    In meiner Nähe – etwa 300 Kilometer westlich – liegt ein Reservat der Algonquin- Indianer. Auf der US- Seite finde ich weitere Reservate dieses Stammes. Bei diesem scheint die Impfung kein Thema zu sein.

    Leichensäcke

    Dies ist die dümmste Meldung, welche ich je gelesen habe. Leichensäcke haben im nördlichen Quebec selbst die abgelegenen Farmen in der Scheune.

    Zum Stamme der Kakawis (Dorf Ahousaht) an der Westküste

    Das Einzige was ich über Ahousaht in Kanada lesen konnte war, dass der Gemeinderat das ehemalige Kakawi Eigentum für die Gemeinde beansprucht, welches dieser Stamm an einen katholischen Orden vor 100 Jahren verpachtete und welches dieser Orden nun verkaufen will. Die Gemeinde hat eine eigene Webseite, auf der ist von einem Massensterben nach der Impfung nichts zu finden. Das Dorf liegt auf Flores Island/ Pazifikseite von Vancouver Island.

    Leute!! – dies ist Touristengebiet. Ein Massensterben wäre in wenigen Stunden in der Presse. In wenigen Tagen beginnen in Vancouver die Olympischen Winterspiele. Die Stadt ist voll von Journalisten – und die alle SCHLAFEN tief und fest und nur ein Märchenerzähler ist wach???

  7. souldeanmarcjon meint:
    21.Dezember 2009 at 21:54

    massenerkrankung ist nicht gleich massensterben!!!
    und ich meine ersteres kommentiert zu haben, naja
    zu dem autor des erwähnten artikels liegt es mir fern eine stellung zu beziehen. Es wurde lediglich ein anderer Umgang mit der Situation gefordert, dies blieb aus! Dementsprechend danke für die Bestätigung .. wie mit sowas umgegangen wird.
    Die indigenen haben übrigens nicht das selbstverständliche Recht Impfungen oder äzrtliche Untersuchungen abzulehnen (zu. Kanada). Aber so mit dem Zeigefinger schwenken und winkeln macht ja trotzdem Spass. (ganz schwach)

    Hauptsache sich angegriffen fühlen, mensch hat nichts begriffen auch bis heute NICHTS begriffen.

    “Die Gemeinde hat eine eigene Webseite, auf der ist von einem Massensterben nach der Impfung nichts zu finden.”

    ich habe das nicht in meinem Kommentar geschrieben, also wenden sie sich bitte an den Urheber dieser Aussage aber nicht an mich!

    GUTE NACHT!

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  8. ter meint:
    22.Dezember 2009 at 12:35

    @ souldeanmarcjon

    Ich habe keine Lust in Sachen Ahousaht zur recherchieren. Mein Rat: Die Gemeindeverwaltung ist auch telefonisch zu erreichen. Der Sprecher des Gemeinderates hört auf den Namen „John Frank“.

    Diese Mär geht zurück auf ein angebliches e-Mail in der sinngemäß ausgeführt wird, dass in Ahousaht 100- erte Personen nach der H1N1 Schutzimpfung erkrankt wären und die Regierung Leichensäcke gesandt hätte.

    (Warum die Provinzregierung von Manitoba und nicht die zuständige Landesregierung von British Columbia bleibt das Geheimnis der Autoren, welche diese Meldung verbreiteten. Manitopa grenzt an Ontario und ist fast 3.000 Kilometer von Ahousaht entfernt. Kanadische Provinzen sind im Gegensatz zu deutschen Bundesländern – richtige Staaten. Kanada ist eine Konföderation, also ein Staatenbund.
    Auch braucht keiner an der Pazifikküste Leichensäcke. Der Boden gefriert dort nicht Metertief im Winter. Die Jungs haben ein sehr mildes Klima im Vergleich zum übrigen Kanada. Am Tage meines Abfluges fiel östlich von Toronto bis zu 1,60 Meter Neuschnee und die Temperaturen gingen dort auf 41 Grad Minus zurück. In Quebec auf 6 bis 8 Grad Minus.)

    Ahousaht geriet 2009 in den Blick der kanadischen Öffentlichkeit, nachdem Journalisten die bittere Armut in dieser Gemeinde den Lesern vorstellten.

    Überprüft euren „Unfug“ gefälligst selbst – bevor ihr schreibt.

    P.S.
    Eine persönliche e-Mail macht mir deutlich, dass ein Leser den Schmäh mit dem Verkehrspolizisten nicht verstanden hat. Ich konnte dem Polizisten ja wohl kaum sagen, dass ich „sein“ Französisch nicht verstehe. Seine Kollegen und der anwesende Fernsehjournalist haben diese indirekte Spitze auf Anhieb verstanden.