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Einhundertsechzig Millionen Euro für HIV-Avatare
Von petrapez | 4.Oktober 2009
Falsche Computer-Patientendaten narrten Gesundheitsministerium und Krankenkassen
Der Teufel sitzt im Detail, im folgenden Fall in einer Kennziffer. In einer Software für Augenärzte wurden durch einen Anwendungsfehler (Aussage des Herstellers) die Patienten zu HIV-Infizierte.
Eine Augenarztpraxis hat in den meisten Fällen viele ältere Menschen zu versorgen. Deshalb fiel dieser Fehler bei den Abrechnungen der Krankenkassen auf.
Denn obwohl die Menschen heutzutage mit Eintritt in das Rentenalter noch längst nicht zum alten Eisen so wie früher gehören, ist eine so starke Zunahme einer HIV-Infizierung doch sehr unwahrscheinlich.
Der Gesundheitsfond hat den Krankenkassen pro Patient und Jahr 10000 Euro zusätzlich für die Behandlung der betroffenen Patienten überwiesen.
Fachleute der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) schätzen die Höhe der Fehlzuweisungen für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung auf 160 Millionen Euro, berichtete gestern der Spiegel. (1)
Wäre der Fehler nicht aufgefallen, hätte dieser Krankenstand die Statistik an HIV-Erkrankungen in die Höhe getrieben, die Pharmakonzerne hätte es gefreut, arbeitet man doch intensiv an einem Impfstoff, der seine Patienten braucht.
Statistik für Deutschland nach Angaben des Gesundheitsministeriums (2)
Zahl der gemeldeten AIDS-Fälle seit 1982 (Stand: 31.12.2007)
1.766 Baden-Württemberg
1.335 Bayern (ohne München)
1.873 München
5.794 Berlin
161 Brandenburg
317 Hamburg
1.326 Hessen (ohne Frankfurt)
1.504 Frankfurt
77 Mecklenburg-Vorpommern
1.307 Niedersachsen
4.065 Nordrhein-Westfalen (ohne Köln u. Düsseldorf)
1.251 Köln
907 Düsseldorf
722 Rheinland-Pfalz
246 Saarland
107 Sachsen
72 Sachsen-Anhalt
738 Schleswig-Holstein
25 Thüringen
Quellen:
(1) http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653055,00.html
(2) http://www.bmg.bund.de/cln_091/nn_1168258/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken/Statistisches_20Taschenbuch/DatendesGesundheitswesens2009.html?__nnn=true
Topics: Ökologie, Medizin, Gesundheit | 2 Kommentare »
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5.Oktober 2009 at 07:04
Besten Dank für diesen aufschlussreichen Artikel!
Mein Vertrauen in unser teures Gesundheitswesen und einen arroganten, selbstherrlichen Ärztestand hat in den vergangenen Jahren arg gelitten. Viele Arzt-Praxen machen den Eindruck von Massenabfertigungsbetrieben in denen nur Pharmareferenten und Privatpatienten keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Kassenpatienten hingegen haben häufig grundsätzlich keinen Anspruch auf die Einhaltung von Terminen.
Diese keine-Zeit-Strategie vieler Ärzte lässt bei Patienten häufig jede Menge Fragen offen und führt zu vermeidbaren Fehldiagnosen und -medikationen.
So übersteigt die Zahl der Medizingeschädigten die anerkannten und zugegebenen Fälle um ein Vielfaches und viele Patienten bezahlen am Ende die Zeche dieses so kostenintensiven wie entmenschlichten Systems mit schmerzvollem Leid oder mit ihrem Leben.
Das von Politikern hochgelobte und viel beschworene vertrauensvolle Arzt-Patientenverhältnis gehört für viele Menschen wohl zu recht eher ins Reich der Märchen und Fabeln, weil es schlichtweg nicht existiert.
Mir scheint immer mehr, dass Ärzte und Patienten zu Sklaven des nimmersatten Gewinnstrebens der Pharmaindustrie und ihren Aktionären und mittlerweile wohl auch eines blinden Glaubens an Computersoftware verkommen sind.
Die unglaubliche Statistik der seit 1982 gemeldeten Aids-Fälle ist hier ein trauriges Beispiel.
Wie sagte eine ehemalige Hausärztin lächelnd, nach der leidvollen Fehlbehandlung durch von ihr empfohlene „Experten“? „Arztpraxen auch Wirtschaftsbetriebe.“
Wehrt euch gegen die drohende Grippe-Impfung und bleibt gesund!
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5.Oktober 2009 at 07:11
Der Fehlerteufel hat zugeschlagen.
Natürlich muss es heissen:
“Arztpraxen sind auch Wirtschaftsbetriebe.”
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