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Halleluja
Von bella | 12.März 2009
Religionen sind multinationale Unternehmen mit professioneller Organisation und Milliardenumsätzen, hirachisch strukturiert. Meldet man Kritik an dem Einfluss und der Macht, die das mit sich bringt, wird man schnell in eine Diskussion um Glaube und Spiritualität verwickelt.
In diesem existenzphilosophischen Diskurs wirkt dann der Einwand, dass man als Religionsloser im sozial/pädagogischen Bereich fast keine Chance hat einen Arbeitsplatz zu bekommen, weil Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser etc. von einer der beiden christlichen Kirchen verwaltet werden, geradezu profan. Ein geschiedener Oberstudienrat eines katholischen Gymnasiums muss, wenn er seinen Job nicht verlieren will, seine geschiedene Ehe beim Papst annulieren lassen, weil die katholische Kirche eine Scheidung nicht akzeptiert. Selbst der Tellerwäscher eines Krankenhauses hat eine Konfession vorzuweisen. Die Liste der verfassungswidrigen Berufsverbote ließe sich kilometerlang fortsetzen.
Der Einfluss der Kirchen auf die öffentliche Meinung hat, dank erheblicher Anstrengungen vieler emanzipatorischer Kräfte in der Gesellschaft, abgenommen. Eine unverheirate schwangere Frau muss sich heutzutage nicht mehr vor den Zug werfen, um der sozialen Ausgrenzung und dem Fluch des Kirche zu entkommen. Diesen Fortschritt an Humanität und Toleranz schreibt sich die Kirche nicht nur auf die Fahne, sie argumentiert damit gegen alle anderen “intoleranten” Religionen, sprich Islam, obwohl sie alles daran gesetzt hat, diesen zu verhindern. Und wieviele behaupten, dass die Menschheit ihre Zivilisation dem Wirken der Kirche zu verdanken haben, obwohl der größte Widerstand aller Innovationen und Verbesserungen immer von der Kirche kam. Das ist die hohe Kunst der religiösen Rhetorik und für einen vernünftigen Menschen unerträglich unlogisch und ungerecht. Der Gläubige kann den Schutz seiner religiösen Gefühle einfordern, was kann der Ungläubige, angesichts des schmerzenverursachenden Schwachsinns einfordern.
Das ist die rhetorische Frage einer Ungläubigen.
Nach meiner Definition sind Religionen Ausstiegsprogramme für Männer, die kein Bock haben einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen, aber auch nicht unbedingt Penner oder Zuhälter werden wollen. Leider sind es die Frauen, die mit ihrer ehrenamtlichen oder unterbezahlten Arbeit diesen überfüssigen Kramladen am Leben erhalten. Sie zerren ihre Männer in die Kirche, vor den Traualtar und geben ihre Kinder kritiklos der Indoktrination durch schmierige Pfarrer frei.
Dem ganzen hatte ich, bis an dem Tag als meine Tochter aus dem Kindergarten kam und fragte:
“Stimmt es, dass die ersten Menschen Adam und Eva waren?” keine besondere Bedeutung beigemessen.
Schluss mit dem Stillhalten – Klappe aufmachen und sich ein Beispiel an Susi nehmen.
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