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    Präsident Obama und was bedeutet das für den Fisch

    Von Jochen Hoff | 5.November 2008

    In Maine lebte ein alter Fischer mit einer wunderhübschen Enkelin in dessen Haus oft heiß über Politik, Vietnam, die Präsidenten, das Establishment und eine neue Weltordnung diskutiert wurde. Das Töchterchen war immer vorne mit dabei und die jungen Hähne um sie herum, versuchten sie mit Übereifer zu beeindrucken. Immer wenn die Wellen der Diskussion gar zu hoch schlugen, holte der alte Mann die Disputanten mit einer einzigen Frage auf den Boden zurück.

    Was bedeutet das Ganze nun für den Fisch.

    Für Fischer geht es immer nur um den Fisch. Fangquoten, Preise, das Fangwetter. Alles dreht sich nur um den Fisch. Etwas, dass sich nicht mit dem Fisch beschäftigte war für ihn und seine Freunde nichts wert. Bauern denken ähnlich, wenn auch nicht an Fisch. Genau wie Schmiede.
    Was bedeutet Präsident Obama für den Fisch. Wird es mit ihm mehr Fische zu höheren Preisen geben oder gehen Fisch und Präsident wie bisher vollständig unabhängig voneinander ihrer Wege. Natürlich werden die Steuern auf Fisch steigen, aber das würden sie unter jedem Präsidenten.

    “Jetzt wird alles gut!” erklärte heute morgen ein amerikanischer Freund. Misik spricht von einer Zeitenwende. PI prophezeit, das die Deutschen, deren Großväter von den Amerikanern entwaffnet wurden auch weiterhin ihren Hass auf die USA ausleben werden. Dabei vergessen die immer, dass die meisten Deutschen, von den Russen entwaffnet wurden.

    Der erste schwarze Präsident der USA. Kennedy war der erste katholische Präsident, Bush nur einer von vielen Präsidenten, ohne jedes erkennbare Hirn. Was nützt der schwarze Obama dem Fisch und wenn schon nicht dem Fisch, wem nützt er dann.

    Ein Kommentator sprach von einem Aufbruch des schwarzen Amerika. Das wäre ja immerhin etwas. Aber welches schwarze Amerika ist denn da aufgebrochen. Aufgebrochen ist eine kleine schwarze Oberschicht, mit ein paar Intellektuellen aus der Mittelschicht. Das arme schwarze Amerika ist in seiner Mehrheit doch gar nicht zur Wahl gegangen. Die Probleme dieser Leute haben mit Obama so viel zu tun, wie es der Fisch mit ihm hat.

    Das gleiche gilt im Prinzip auch für das arme weiße Amerika. Die haben mit dieser Präsidentschaftswahl eben auch nichts zu tun. Obwohl sie betroffen sind. Denn Obamas neue Kriege und die alten die er weiterbetreibt sind die einzige Chance, die die Armen auf gesellschaftlichen Aufstieg haben. Armee überleben, Ausbildung bekommen oder als Berufssoldat sein Auskommen finden. Das ist im wesentlichen die einzige Chance und viele überleben sie eben nicht.

    Aber auch für den amerikanischen Mittelstand ist Obama bedeutungslos. Er wird die Finanzkrise und das jetzt anlaufende Zusammenbrechen der Konsumentenkredite und der Kreditkartenverbindlichkeiten nicht aufhalten können. Er kann nicht verhindern, dass Millionen in den USA arbeitslos werden. Nach seiner Präsidentschaft dürfte sich die Mittelschicht halbiert haben.

    Zwei Prozent werden aufsteigen und 48 Prozent werden in die Armut absteigen. Dagegen kann Obama nichts tun. Die Weichen wurden schon vor langer Zeit gestellt und ein Obama der da einzugreifen versuchte, wäre schnell so tot wie Kennedy. Amerikanische Präsidenten sind eine Sache der Oberschicht und sie vertreten normalerweise genau die Interessen dieser Schicht.

    Wie bereits geschrieben, sind die Unterschiede zwischen McCain und Obama aus der Sicht der Fische, Fischer und Nichtamerikaner so ziemlich unsichtbar. In den USA mag es von Bedeutung sein, die dunkle Bush Zeit zu verlassen. Sicherlich gab es auch so etwas wie eine Missionierungswelle. Amerikaner bekennen sich gerne und sind dann für eine Zeit lang auch wirklich Gläubige.

    Aber so heiß wie sie entbrennen, so schnell brennen sie auch ab. Deshalb sind religiöse Gruppen in den USA auch ständig damit beschäftigt, ihre Mitglieder mindestens einmal in der Woche erneut zu missionieren. Dafür ist der sonntägliche Kirchgang eine gute Gelegenheit. Viele schieben in der Woche aber noch einen zusätzlichen Bibelabend ein und versuchen per Besuch, ihre Mitglieder bei der Stange zu halten.

    Das geht für eine Religionsgemeinschaft. Aber die Kirche des heiligen Obama ist eine Kirche die nur ein Glaubensziel hatte. Bush und die Republikaner loszuwerden. Bush war und ist auch in Europa ein Hassgegner erster Güte, weil man die Administration und das was die USA in seiner Regierungszeit getan haben, so gut an ihm festmachen kann. Aber was hatte er wirklich mit dem Fisch zu tun.

    Natürlich liebte er wie alle dummen Leute die gewalttätige Auseinandersetzung. Darin war er biblisch. Un willst du nicht mein (kleinerer) Bruder (Untergebener) sein, dann schlag ich dir die Schnauze ein oder besser bombardiere dein Land. Allerdings wird wohl kaum einer Bush wirklich für die Führung der USA gehalten haben. Man kann sogar sicher ein, dass nicht einmal die Republikaner die USA geführt haben.

    Die Führung lag an der Wallstreet und in diversen Konzernen. Deren Wünsche wurden erfüllt. Alle. Ob Krieg oder Milliarden Bailout. Völlig egal. Die Regierung gehorchte. Das sie es gerne tat, mag strafverschärfend sein, ist aber ohne Belang. Diese Führung wird weiterhin führen auch wenn sie die Menschen auf der ganzen Welt in den Untergang führt. Der Schauspieler, der Präsidentendarsteller wechselt, aber die Politik bleibt.

    Scusi und andere wie er möchten so gerne glauben und hoffen, zeigen aber sofort die Grenzen auf.

    Angesichts der fiskalischen Rahmenbedingungen ist der politische Spielraum Obamas begrenzt. Er wäre niemals der 44. Präsident der USA geworden, wenn dem weißen Establishment das Wasser finanziell nicht bis zur Oberkante Unterlippe gestanden hätte. Dem verschwender- und Schuldnerstaat USA droht der Staatsbankrott.

    AIPAC, WJC, Militärisch-Industrieller Komplex, das Big Money der Wall Street-Börse und die Ölbarone, kurz die reichsten 10 Prozent der Amerikaner, die Herrschenden in den USA haben zwischen 2002 und 2006 noch zum letzten mal zugelangt. Die reichen Kapitalisten haben ihre Einkommen nochmals im Durchschnitt um 200 Prozent steigern können, während das Durchschnittseinkommen der restlichen 90 Prozent der US-Bevölkerung in dieser Zeit gesunken ist.

    Ob es Obama unter diesen Umständen gelingen kann, die US-Wirtschaft wieder ans Laufen zu bringen, die falschen Wechsler aus dem Tempel der Wall Street zu jagen und die hysterisch gewordene Welt mit einer aktiven Friedenspolitik zu beruhigen, ist mehr als fraglich. Vielleicht wäre es gut, zu Hause bei den kleinen Leuten anzufangen und dafür zu sorgen, dass die Zwangsversteigerungen aufhören. Dann müsste dem US-Militär klargemacht werden, dass die USA ihre Macht überdehnt haben, dass Abrüstung und Rückzug auf den nordatlantischen / pazifischen Raum in militärisch angemessener Reichweite rund um die USA angesagt ist. Eine multipolare Welt mit mehr Eigenständigkeit für Südamerika, Europa einschließlich Russlands, Asien und Afrika wird sich entwickeln und die USA werden es nicht verhindern können. Die Idee vom amerikanischen Weltimperium war die Vision von ein paar Kokainsüchtigen Spielern in New York und eines Alkoholikers im Weißen Haus, der jetzt abgewirtschaftet hat.

    Nur wenn die USA sich zügig aus Asien, Arabien und Europa zurückziehen, wenn sie weltweit ihre Militärstützpunkte auflösen und militärisch konsequent abrüsten, kann der kommende US-Staatsbankrott für die 300 Millionen amerikanischen Staatsbürger ohne „riots“, ohne erneuten Bürgerkrieg im eigenen Land ausgehen. Die in den Jahrzehnten der atomaren Weltherrschaft heruntergekommene, verfettete und verrottete US-Wirtschaft wird zur Rettung des Staates kaum etwas beitragen können. Vom völlig verkommenen US-Finanzwesen gar nicht zu reden. Um an der wall Street aufzuräumen hilft nur noch das scharfe Beil der Strafjustiz. Hier, wie bei den vielen Geheimdiensten wie CIA und FBI müssen als erstes die Köpfe der schlimmsten Verbrecher rollen, um die Sicherheit des neuen Präsidenten zu gewährleisten. Sonst wird Obama das gleiche Schicksal zuteil wie John F. Kennedy und seinem Bruder Robert Kennedy. Der neue Mann weiß, was da zu tun ist.

    Woher soll der neue Mann das wissen. Er entstammt nicht einem fest im damaligen Establishment verankertem Clan wie die Kennedys. Alles Schall und Rauch hat die Ausgangslage sehr gut beschrieben.

    Wie ist es möglich, dass ein Mensch, der noch nie was geleistet hat, der völlig unbekannt ist und aus dem Nichts kam, so von den Massen angehimmelt wird, ja sogar als Messias betrachtet wird und die Führung des mächtigstens Landes der Welt übernimmt? Das ist ein unbegreifliches Phänomen, eine Massenpsychose, welche an der Zurechnungsfähigkeit der amerikanischen Gesellschaft zweifeln lässt.

    ..

    Niemand kennt den wahren Charakter oder die Leistungsfähigkeit von Obama. Er hat bisher keine Führungseigenschaft gezeigt, weder eine Gemeinde, eine Stadt oder einen Bundesstaat geleitet. Wie kann er dann geeignet sein die Nation zu führen?

    Natürlich wäre Amerika und der Welt die Zeitenwende zu wünschen. Das Leben ist allerdings kein Wunschkonzert. Nicht für Obama und nicht für die Menschen auf dieser Welt. Die USA können ihren Staatskonkurs noch ein Weilchen verschleiern. Die Euphorie des Wechsels wird die Finanzmärkte ein wenig unterstützen und die Aktienkurse soweit antreiben, das sich die Reichen von den Gefahren trennen können.

    Es werden Dollar um Dollar in die Märkte gepumpt und die Engländer werden mitmachen. Die EZB wird nicht im Wege stehen, obwohl sie eine Wahl hätte. Sagen wir mal es gibt eine Scheinblüte von zwei Jahren. Um dem neuen Präsidenten zu gefallen, werden die Europäer und Deutschland an erster Stelle mit Geld und Soldaten einen Teil der amerikanischen Kriegslasten übernehmen. Die freigewordenen Mittel werden aber nur in neue Kriege fließen. Am Schluss steht ein großer Weltkrieg.

    Mit diesem Weltkrieg wird Obama den Fischen nützen, weil die Fischer auf Kanonenbooten sterben, anstatt zu fischen. Aber diese Antwort dürfte den alten Fischer vom Anfang nicht befriedigen. Es geht also darum den neuen Präsidenten der USA zur Vernunft zu zwingen. Das könnten nur andere vernünftige Regierungsschefs. Aber in einem Irrenhaus sind alle Insassen Irre und selbst bei den Wärtern kann man nicht immer sicher sein.

    Solange sich nicht die Völker erheben und laut “Nein” sagen, ist diese Wahl egal. Sie ändert nichts außer dem Darsteller. Sie könnte aber noch weitere Folgen haben. Die Aufgaben vor denen Obama steht sind ohne einen Systemwechsel, für den ihm aber die Konzepte fehlen, nicht lösbar. Sein letztendliches “Scheitern” ist jetzt schon beschlossene Sache. Am Schluss, nach diesen zwei Jahren, wird man sagen “Der Neger kann das nicht!”. Dieser Schaden wird schlimmer sein für das künftige Zusammenleben der Menschen, als all die Kriege, die Obama führen wird.

    Quelle Duckhome

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