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Realsatire von Friedrich Merz
Von Daniel Neun | 14.Oktober 2008
Nachdem in den letzten Wochen offenkundig wurde, was für eine bankrotte Farce die USA sind, verspottete Venezuelas Präsident Hugo Chavez jüngst George W. Bush und seine Variante des nationalen Sozialismus. Der Ex-Richter und CDU-Politiker Friedrich Merz ist Kennern des feinen Humors bekannt als hemmungsloser Plagiator, als Gründungsmitglied des Fördervereins der wirtschaftsfaschistischen Propaganda-Klitsche Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, als Mitglied des Kuratoriums der inoffiziellen US-Vertretung in Berlin mit Namen Aspen Institut, als Hedgefond-Berater und Nebenjob-König und natürlich als Mitglied der Männer-CDU-Seilschaft Andenpakt, der stets für eine propagandistische Lachnummer wie die Steuererklärung auf dem Bierdeckel gut ist. Timm Krägenow berichtete gestern anlässlich einer Buchvorstellung in der Financial Times Deutschland ganz trocken von der Position des Friedrich Merz zum 480-Milliarden-Euro schweren Sozialhilfe-Paket für die Reichen:
“Das Rettungspaket sei richtig, sagt Merz, und es stehe keinesfalls im Widerspruch zu seinen Grundüberzeugungen. “Ich würde das Wort Teilverstaatlichung und Verstaatlichung nicht verwenden”, betont der alerte Jurist. Schließlich seien die Beteiligungen zeitlich beschränkt. Und auch sozialpolitisch lasse sich aus den Beschlüssen rein gar nichts ableiten, betont er: “Dies ist keine Umverteilung von unten nach oben.” Stattdessen handele es sich um eine Rettungsmaßnahme auf der Passivseite der Bankbilanzen. Zwar sei es gut möglich, dass der Staat wegen der Finanzkrise künftig weniger Geld für Bildung ausgeben könne. Dieses Problem könnten aber gerade die Kapitalmärkte gut lösen.”
Renate Meinhof schreibt das in der SZ nicht so trocken:
“Friedrich Merz hat ein Buch geschrieben. Wenn man den Titel liest, hat man den Eindruck, es solle einem ein breiter kurzer Schlips verkauft werden. “Mehr Kapitalismus wagen”, heißt das Buch. Absurder geht es kaum. Eine Stunde, bevor Friedrich Merz in der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen sein Werk vorstellt, präsentiert Angela Merkel im Kanzleramt das größte Banken-Rettungspaket der Geschichte.”
“Mehr Kapitalismus wagen” ist wirklich prima. Na klar. Und hier steht auch noch was zur IKB:
“Sein Alwaltsbüro hat in großem Maße profitiert vom Verkauf der IKB an die amerikanische Heuschrecke Lone Star.”
Angesichts des grandiosen Timings findet man offenbar selbst in dem toten süddeutschen Milliardärsblatt und in der noch toteren FTD keine Worte mehr, um die Hofschranzen des Wirtschaftsfaschismus in einem vorteilhaften Licht darstellen zu können.
Mein Parteibuch dankt Friedrich Merz für die religiös fundierte Lachnummer, die man sicherlich getrost als Höhepunkt seiner Humoristenkarriere bezeichnen kann. Da braucht es den Kommentar kaum mehr. (Quelle: Mein Parteibuch)
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