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„Ja, wir wissen das.“
Von Daniel Neun | 27.August 2008
Christoph R. Hörstel, der mehr als 20 Jahre in Afghanistan gearbeitet hat und sich dort bestens auskennt, hat 2006 einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan für den Rückzug der NATO vorgelegt, den sowohl die Kabuler Regierung als auch die aufständischen Bergvölker in Afghanistan begrüßt haben. Die NATO aber hatte jedoch keine Lust, den nach dem angeblich afghanischen Angriff vom 09. September 2001 begonnenen Krieg zur Verteidigung der USA rasch zu beenden.
Wer diese Broschüre des Exil-Afghanen Sabour Zamani zur verlogenen Politik, die Seidenstraßenstrategie von Zbigniew Brzezinski und das Buch zur Weltpolitik durch Heroin von Alfred McCoy kennt oder alltägliche Nachrichten aufmerksam verfolgt, versteht leicht, warum die Regierung der USA den Krieg in Afghanistan anheizt, anstatt ihn zu beenden.
In seinem letzten Buch “Sprengsatz Afghanistan” hat Christoph Hörstel seinen Plan zum schrittweisen Rückzug der NATO-Truppen noch einmal vorgestellt und außerdem einige für die Bundeswehrführung sehr unangenehme Tatsachen publiziert. Die deutsche Regierung ignorierte das Buch jedoch so gut es ging. Anstelle eines schrittweisen Rückzugs der deutschen Besatzungstruppen aus Afghanistan und ihren Ersatz durch zivile Aufbauhelfer plant die deutsche Regierung die deutschen Truppen in Afghanistan im Herbst 2008 um etwa 1000 Soldaten aufzustocken.
In seinem neuen Buch “Brandherd Pakistan” geht Christph Hörstel nun der Frage nach, warum die NATO offenbar keinerlei Interesse am Ende des Krieges in Afghanistan hat und widmet sich dabei insbesondere der Rolle von Pakistan. Die NRhZ hat heute einen Auszug als Vorabdruck aus dem Buch von Christoph Hörstel veröffentlicht. Dabei gibt es einen unter der Unterüberschrift “Sensation in Merkels Stab” einen besonders interessanten Absatz:
Sensation in Merkels Stab
Im Juni 2008 sprach ich nach längerem Vorlauf am Telefon und über e-mails schließlich persönlich mit einem regelmäßigen Teilnehmer der wöchentlichen „Geheimdienst-Lage“ im Bundeskanzleramt. Dort berichten alle Dienste über ihre Erkenntnisse. Als ich fragte, ob denn der BND über diese Doppelpolitik der USA informiert sei, den Krieg am Hindukusch heimlich zu befördern, um ihn offen ausweiten zu können, senkte mein Gegenüber den Kopf, sah plötzlich sehr müde aus und gab völlig schnörkellos zu: „Ja, wir wissen das.“ Klar und deutlich. Und es klang nach einem langfristigen Wissen und nach grundsätzlichen Tatbeständen.
Die Bundesregierung ist demzufolge also bestens darüber informiert, dass der Krieg gegen den Terror nichts als ein großer Schwindel ist. Sie macht da aus durchsichtigen eigennützigen Interessen trotzdem gerne mit und belügt die Öffentlichkeit systematisch.
Christoph Hörstel wird sein im Kai Homilius Verlag erschienes neues Buch “Brandherd Pakistan” am 5. September, 11 Uhr, in seinem Büro in Berlin, unter den Linden 23, vorstellen. Dabei sein wird auch Jürgen Elsässer, der in seinem am 11. September 2008 erscheinenden Buch “Terrorziel Europa. Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste” detailliert beschriebt, wie westliche Geheimdienste praktisch alle islamistischen Terrorgruppen, die in der Propaganda der geheimdienstlich gesteuerten Massenmedien in der jüngeren Zeit für Terror und Krieg verantwortlich gemacht wurden, von eben diesen Geheimdiensten infiltriert, finanziert, ausgebildet und gesteuert wurden und werden.
Glücklicherweise ist das Führen eines Angriffskrieges in der Bundesrepublik Deutschland nicht strafbar. So muss sich die Bundesregierung auch weiterhin keine Sorgen machen, für ihre Politik mal strafrechtlich belangt zu werden. (Quelle: Mein Parteibuch)
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