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Michael Gorbatchev zur Schuldfrage am Krieg in Georgien
Von Daniel Neun | 12.August 2008
Der Spiegel hat einen russischen Zeitungsartikel von Friedensnobelpreisträger Michael Gorbatchev zum Krieg in Georgien übersetzt und veröffentlicht. Darin heißt es:
“Was in der Nacht zum 7. August geschah, ist einfach unbegreiflich.
Das georgische Militär nahm die südossetische Hauptstadt Zchinwali mit Mehrfach-Raketenwerfern unter Beschuss, die dafür konzipiert sind, ein Gebiet weiträumig zu verwüsten. Russland musste reagieren. Es deswegen der Aggression gegen das “kleine, wehrlose Georgien” zu bezichtigen, ist nicht nur verlogen, sondern zeigt auch einen Mangel an Menschlichkeit.”
Recht hat er. Die schnell feuernden Raketenwerfer sind hier auch auf einem Bild bei der Tagesschau – übrigens sogar mit korrekter Bildunterschrift – zu sehen. Allerdings fand dieser Angriff nicht in der Nacht zum 7. August, sondern in der Nacht vom 7. auf den 8. August statt.
Nun ja, kleine Fehler können mal passieren. Wieso sollte die beim Spiegel arbeitende “Generation Doof” auch wissen, wann dieser unmenschliche Angriff stattfand, und den Fehler im Artikel bemerken? Schließlich stand im Spiegel ja auch nichts von diesem unmenschlichen Angriff. In der westlichen Presse über die bösen Russen, die Georgien besetzt haben, ist zwar gelegentlich von mehr als 1000 Toten die Rede, aber dass das vor allem die bei diesem barbarischen Angriff der georgischen Armee brutal massakrierten Zivilisten sind, wurde gern sorgsam verschwiegen. Wie sähe das auch aus, wenn der gute Freund von George W. Bush Michail Saakashvili als Massenmörder dasteht?
In der Washinton Post wurde der Satz von Michael Gorbatchev übrigens mit “What happened on the night of Aug. 7 is beyond comprehension” übersetzt. (Quelle: Mein Parteibuch)
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