Aktiv gegen Stuttgart 21Aktiv gegen Stuttgart 21

« | Home | »

Wo bleibt die Entschuldigung der Tagesschau?

Von Daniel Neun | 17.April 2008

Tagesschau ManipulationKurz nachdem die von den USA inszenierte blutige Tibet-Kampagne gegen China im März losging, hat Mein Parteibuch darüber berichtet, dass “Dalai Lama” Tenzin Gyatso in China mit massiver Hilfe der CIA schon einmal einen mörderischen Bürgerkrieg geführt hat und später noch lange Jahre, möglicherweise bis heute, von den USA finanziell unterstützt wurde, um China durch die Förderung von Separatismus zu schwächen.

Die Tagesschau hat es nicht für nötig befunden, ihre Leser und Zuschauer über solche Aspekte der chinesischen Sicht auf mögliche Verhandlungen mit dem Separatisten und die Gewalttätigkeiten in Tibet zu informieren. Stattdessen hat die Tagesschau einseitige Propaganda zur Durchsetzung der weltpolitischen Ziele der USA verbreitet.

Die chinesische Regierung nennt die Tagesschau Regime, chinesische Medien nennt sie Propaganda. Ihren bizarren Höhepunkt erreichte die Kampagne der Tagesschau mit dem Artikel “Wenn Bilder lügen“. Besonders peinlich war das, weil deutsche Medien kurz zuvor dabei erwischt worden sind, ihren Konsumenten massenhaft Bilder aus Nepal als Bilder aus Tibet untergejubelt zu haben. Wenn viele Chinesen an einer Online-Abstimmung bei tagesschau.de teilnehmen, nennt tagesschau.de das Manipulation.

Die peinliche Kampagne der Tagesschau scheint nun zu Ende zu sein. Der Artikel china127 ist weg. Und auch der chinesische Botschafter in Deutschland, Ma Canrong, durfte inzwischen mal seine Sciht auf die deutsche Medienberichterstattung darlegen. Doch auch das hat die Tagesschau nicht frei von Manipulation publiziert. In der Überschrift heißt es bei tagesschau.de:

Chinas Botschafter zu manipulierter tagesschau.de-Umfrage
“Von Beeinflussen kann keine Rede sein”

Botschafter Ma hat die Antwort “Von Beeinflussen kann keine Rede sein” jedoch nicht in dem Kontext gegeben, den Tageschau.de durch die Wahl der Überschrift suggeriert. Durch die Wahl der Doppel-Überschrift legt den Schluss nahe, Botschafter Ma hätte die Beeinflussung der Tagesschau-Umfrage durch Chinesen geleugnet. Das hat er jedoch nicht getan. Die Frage, die dem Botschafter vor der Antwort gestellt wurde, zielte nicht auf die Umfrage, sondern allgemein auf die Beeinflussung der Berichterstattung westlicher Länder ab und lautete:

“Warum versucht die chinesische Regierung die Berichterstattung westlicher Länder zu beeinflussen? Welche Vorstellung von Journalismus steht dahinter?”

Auf die Frage, wie es zustande komme, dass die Umfrage so viele chinesische Besucher hatte, antwortete Botschafter Ma hingegen:

“Die westlichen Medien, darunter auch einige deutsche Medien, haben bei Berichterstattungen über Gewaltverbrechen der tibetischen Separatisten in Lhasa am 14. März viele Tatsachen entstellt. Über die gewaltsame Störung des Fackellaufes in London und in Paris haben sie auch gejubelt, statt sie zu verurteilen. Das alles hat bei der chinesischen Bevölkerung, einschließlich Auslandschinesen und chinesischen Studenten im Ausland, große Empörung hervorgerufen. Dass sie Ihre Umfrage als Gegelegenheit nehmen, um ihre Empörung zum Ausdruck zu bringen, ist spontan und auch verständlich.”

Die Überschrift des Interviews so zu entstellen muss natürlich keine Absicht gewesen sein, sondern kann auch Nachlässigkeit gewesen sein. Peinlich ist es dennoch.

Nun bezahlt die Tagesschau ihren Kampagnenjournalismus, ihre einseitige Darstellung und ihre offenkundig manipulative Selektion mit einem massiven Verlust an Glaubwürdigkeit. Jochen Graebert berichtet aus China, dass die Tagesschau in China ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt hat:

“Insofern werden die deutschen Medien mittlerweile in breiten Bevölkerungsschichten als besonders manipulativ empfunden. Das muss man ernst nehmen, weil ausländische Medien bislang eine relativ hohe Glaubwürdigkeit in China hatten. Das hat sich komplett gedreht.”

Für die Verhältnisse der Tagesschau sind diese Sätze offenbar so etwas wie das Eingeständnis einer Niederlage. Das reicht aber nicht.

Was fehlt, ist eine klare und deutliche öffentliche Entschuldigung bei mehr als einer Milliarde Chinesen, die sich über die einseitige Propaganda der Tagesschau geärgert haben und den vielen Zuschauern in Deutschland, die der einseitigen Propaganda auf den Leim gegangen sind. Zur Information der Zuschauer und Rückgewinnung von Glaubwürdigkeit ist es dabei außerdem nötig, dass diese Entschuldigung an ebenso prominenter Stelle platziert wird, wie die Beiträge der antichinesischen Kampagne.

Stellt die Tagesschau groteske Falschinformationen nicht öffentlichkeitswirksam richtig, so darf die ARD sich nicht wundern, wenn ihre Nachrichten im Volkmund zukünftig “Märchenstunde” heißen.

PS: Dass der Tagesschau hier als Leitmedium Kampagnenjournalismus vorgeworfen wird, soll nicht den Blick auf die wichtige Frage verdrängen, wie es kommen kann, dass mit Ausnahme von Telepolis und Junge Welt beinahe alle deutschen Medien einschließlich der taz bei der Kampagne gegen China mitgemacht haben. (Quelle: Mein Parteibuch)

Diesen Artikel empfehlen und weiterverbreiten:
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • Google Buzz
  • del.icio.us
  • Digg
  • Yigg
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Blogosphere
  • Add to favorites
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • MySpace
  • RSS
  • PDF
  • Print

Topics: Aktuelle Nachrichten, Politik | Kommentare deaktiviert

* * */

Kommentare geschlossen.