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Anmerkung zu Tibet
Von Daniel Neun | 14.März 2008
Auf Tagesschau.de wird gerade darüber berichtet, dass gewaltsame anti-chinesische Proteste im zu China gehörenden Autonomen Gebiet Tibet eskalieren. Tagesschau.de berichtet, dass die Proteste zum 49. Jahrestag der Flucht des Dalai Lama ins indische Exil “ausgebrochen” seien.
Tenzin Gyatso, der 1940 im Alter von vier Jahren als Dalai Lama der tibetanischen Mönchsdiktatur inthronisiert wurde, hält sich zu den gewaltsamen Protesten von einigen Hundert Mönchen derzeit öffentlich auffällig zurück.
Dazu hat der Dalai Lama, dem sein Freund Roland Koch im Jahr 2005 den hessische Friedenspreis verliehen hat, weil er sich nicht von seinem Weg des gewaltlosen Widerstands abbringen lassen hat, allen Grund. Bereits in den 90er Jahren hat der Dalai Lama gestanden, dass er sich in den 50er Jahren durch die CIA bei seinem blutigen Bürgerkrieg gegen den chinesischen Kommunismus militärisch unterstützen ließ. Nachdem er den Krieg verloren hatte, trainierte die CIA eine mehrere hundert Mann starke Guerillaarmee für den Bürgerkrieg auf chinesischem Staatsgebiet und der Dalai Lama entdeckte plötzlich Demokratie und Menschenrechte als seine zentrale Wertvorstellung.
Im Jahre 2006 wurde der Dalai Lama aus China beschuldigt, nach wie vor für die CIA zu arbeiten. Angesichts der hohen Medienpräsenz in westlichen Massenmedien und der Freundschaft zu Roland Koch ist diese Hypothese tatsächlich nicht gänzlich unsinnig. Und auch die Unterstützung des Dalai Lama stehen der US Regierung nahe. Tagesschau.de zitiert beispielsweise eine Sprecherin der “Internationalen Kampagne für Tibet” damit, dass in Lhasa derzeit eine sich verschärfende Atmosphäre der Angst und Anspannung herrsche.
Schaut man sich die “Internationale Kampagne für Tibet” genauer an, entdeckt man schnell, dass ein gewisser John Ackerly dort Präsident ist und der für sich in Anspruch nimmt, zuvor unter anderem eng mit dem US Kongress zusammengearbeitet zu haben. Um den Verdacht zu entkräften, es seien in der Tibet-Kampagne Agenten am Werk, die Tibet lediglich dazu benutzen, das kommunistische China durch das Anzetteln von Unruhen zu schwächen, ist diese Biografie sicher nicht in besonderem Maße geeignet.
Die hier mitgeteilten Hintergrundinformationen zu Tibet sucht man in den deutschen Massenmedien leider meist vergeblich.
Dabei wären eine unvoreingenommene Sicht auf die Geschichte und Gegenwart des CIA-Engagements in Tibet sicherlich nicht gänzlich unwichtig, wenn man – im möglicherweise tatsächlich vorhandenen Interesse der Bevölkerung Tibets – mit China zu einem mehr an Autonomie für Tibet gelangen wollte. Dass die chinesische Regierung keine Lust hat, mehr als 10% des chinesichen Staatsgebietes zu einer der üblichen von der CIA kontrollierten und mit US-Raketen gespickten Scheindemokratien zu machen, ist durchaus nachzuvollziehen.
Daran scheint in Deutschland jedoch niemand ein Interesse zu haben. Vielmehr scheint es so, dass in Deutschland nach wie vor das verklärte Bild von Tibet gepflegt wird, dass 1953 der ehemalige SA-Angehörige Heinrich Harrer durch sein Propagandawerk “Sieben Jahre in Tibet” und die anschließende Verfilmung geschaffen hat. Das eignete sich schon 1953 prima dazu, Stimmung gegen Kommunisten zu machen. (Quelle: Mein Parteibuch)
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