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"Generation Doof"
Von Daniel Neun | 23.Februar 2008
In den guten alten Tagen der Operation Mockingbird waren die vielen von der CIA gekauften Journalisten gescheit genug, den legandären Säufer Joseph McCarthy samt seines Komitees für unamerikanische Umtriebe in die Versenkung zu schreiben.
Als der Kommunistenhasser 1953 mit Cord Meyer ausgerechnet eine der Schlüsselfiguren in den Mind-Control-Programmen der CIA auf’s Korn genommen hatte, half es ihm gegen die Propaganda-Agenten der CIA auch nichts, dass er vom schwulen FBI-Direktor J. Edgar Hoover mit Schmutzmaterial über angebliche Kommunisten versorgt wurde. Nach der Übernahme der propagandistischen Lufthoheit durch die Cocaine Import Agency soll Direktor Bill Colby Nachwuchsagenten noch 1988 stolz verkündet haben, dass die CIA jedermann von Wichtigkeit in allen Massenmedien besitzt. Angesichts der Leistungen heutiger Lohnschreiber muss man die guten alte Tage wohl endgültig als passé betrachten.
Da legt Gregor Peter Schmitz eine transatlantische Karriere wie aus dem Bilderbuch hin, wird schon in jungen Jahren Projektmanager bei der von Reinhard Mohn ins Leben gerufenen transatlantischen Bertelsmann-Stiftung, darf dann auch gleich als Wahlkampf-Korrespondent von Bertelsmanns Spiegel in Washington Barack Obama mit leisem Gelächter niederschreiben und was kommt dabei raus? Eben das, was man üblicherweise für ein primitives Plagiat erntet: Nichts als Hohn und Spott.
Springers Bild-Zeitung, die die transatlantische Freundschaft bezeichnenderweise gleich in die Arbeitsverträge ihrer Lohnschreiber reinschreiben lässt, bewirbt derweil ein Buch mit dem bezeichnenden Titel “Generation Doof“. Die Verlagsgruppe Lübbe, die mit billigen Jerry-Cotton-Romanen zur Glorifizierung der Agenten des FBI-Direktors Hoover berühmt geworden ist, darf die Intelligenz ihrer Autoren zeigen und was kommt dabei raus? Das Bildblog erkennt die abgeschriebene Satire, die die Buchautoren Stefan Bonner und Anne Weiss offenbar für bare Münze genommen haben. Sie ernten dafür das, was man üblicherweise für einen groben Plagiatsfehler erntet: Nichts als Hohn und Spott.
Aber während der Journalist Henning Hoff fragt, was sie falsch gemacht haben, arbeitet die operative Führung schon an einer Lösung des PR-Problems. Schmock Henryk M. Broder macht sich, begleitet von Springers Orgelpfeifen, über das Bildblog her. Und was kommt dabei raus? Eben das, was man erwarten kann, wenn jemand völlig frei von jeglicher Kultur durchschaubar dummes Zeug schreibt: Nichts als Hohn und Spott. Aber immerhin scheint der Verriss von ihm selbst zu stammen.
Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Anstelle eines eigenen Schlusswortes zu den heutigen Journalisten möchte Mein Parteibuch sich erlauben, den Untertitel des natürlich auch beim Spiegel beworbenen Buches “Generation Doof” von Stefan Bonner und Anne Weiss zu zitieren. Der “Journalist” und die “Kulturwissenschaftlerin” fragen da nämlich bezeichnenderweise: “Wie blöd sind wir eigentlich?”
(Quelle: Mein Parteibuch)
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