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Italien: 146 Haftbefehle wegen "Operation Condor"
Von Daniel Neun | 29.Dezember 2007
In Italien scheint das Rechtswesen noch ein Stückchen weit zu funktionieren. So war es denn auch die italienische Justiz, die vor zwei Jahren Haftbefehle gegen 22 CIA-Agenten wegen der Entführung von Abu Omar erlassen hat. Nun hat, wie Larissa Alexandrovna berichtet, ein italienischer Richter 146 Haftbefehle gegen die im staatlichen Auftrag handelnden Mörder der Operation Condor erlassen. Die 140 Haftbefehle wurden ausgestellt, weil unter den Hunderten bis Zigtausenden in den 70er und 80er Jahren von Killerkommandos grenzüberschreitend gejagten und ermordeten vermeintlichen Gegner der pro-US-Diktaturen Südamerikas auch italienische Staatsbürger waren.
Die 140 Haftbefehle richten sich laut BBC gegen 61 Argentinier, 32 Uruguayer, 22 Chilenen, 13 Brasilianer, 7 Bolivianer, 7 Paraguayer und 4 Peruaner. Festgenommen wurde davon in Italien bisher eine Person, nämlich der in Italien lebende uruguayische Ex-Geheimdienstoffizier Nestor Jorge Fernandez Troccoli. Gegen damals verantwortliche US-Amerikaner wie Henry Kissinger und George Herbert Walker Bush sind, obwohl die Morde der Operation Condor offenbar von den USA in Kooperation mit dem CIA-Agenten und chilenischen Geheimdienstchef Manuel Contreras organisiert und geplant wurden, bisher keine Haftbefehle erlassen worden. Was nicht ist, kann aber sicherlich noch werden.
Hoffentlich werden die Verdächtigen nun endlich auch bald allesamt verhaftet und vor Gericht gestellt. Es ist schon traurig genug, dass es solange dauert, bis solch mörderische Regierungsverbrechen von den Staatsanwalten verfolgt werden.
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